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Energie Grüne uneins über Flüssiggas

aus DER SPIEGEL 7/2022

Um unabhängiger von russischem Gas zu werden, propagiert Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) den Bau von Terminals für Flüssiggas (LNG). Klimaschützer prangern allerdings seit Längerem die schlechte CO2-Bilanz des Energieträgers an. Auch Parteifreunde sind dagegen. Im Gespräch sind niedersächsische LNG-Standorte in Stade und Wilhelmshaven und im schleswig-holsteinischen Brunsbüttel. Der Landesvorsitzende der niedersächsischen Grünen, Hanso Janßen, sagte dem SPIEGEL, er halte einen LNG-Neubau für »energiepolitisch verfehlt«. Es sei »ökonomisch und ökologisch sinnvoller«, direkt über Importstrukturen für grünen Wasserstoff nachzudenken. Flüssiggas-Terminals nachträglich »Wasserstoff-ready« zu machen sei zu kostspielig. Auch Schleswig-Holsteins grüner Energiewendeminister Jan Phi­lipp Albrecht hält ein Terminal nur dann für eine »sinnvolle Brückentechnologie«, wenn sie »von Anfang an auf den Handel emissionsfreier Gase wie etwa grüner Wasserstoff« ausgerichtet seien. Diese Option soll bei den Terminals allenfalls perspektivisch gegeben sein. Der Kieler SPD-Spitzenkandidat Thomas Losse-Müller betont indes, zwar liege die »Zukunft des Standorts allein im Wasserstoff.« Brunsbüttel sei aber »notwendig« für die deutsche »Energiesouveränität«. Der Bund und Schleswig-Holstein müssten daher ein LNG-Terminal mitfinanzieren. Bislang gibt es LNG-Standorte nur in Nachbarländern wie Polen oder den Niederlanden. Dort werden die Kapazitäten aber neuerdings knapper. Dies ist ein weiterer Grund, warum Habeck eigene Terminals in Deutschland aufbauen will.

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