Grünenchef Habeck hält Bündnis mit Linkspartei für möglich

Grünenchef Habeck arbeitet sich an den Linken ab – schließt aber eine Koalition nicht aus. Dafür müsste die Linkspartei allerdings die Nato anerkennen.
Robert Habeck will nach eigener Aussage keine »Ausschließeritis«

Robert Habeck will nach eigener Aussage keine »Ausschließeritis«

Foto: Jens Schicke / imago images/Jens Schicke

Grünenchef Robert Habeck hat ein Linksbündnis nach der Bundestagswahl nicht ausgeschlossen. Die Wähler wüssten, »dass die gegenseitige Ausschließerei von Parteien am Ende zur Unregierbarkeit führen kann«, sagte Habeck den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Er stellte jedoch mehrere Bedingungen für eine mögliche Zusammenarbeit.

Die Linkspartei müsse »in einem besonderen Maße beweisen, dass sie regierungsfähig und bereit ist, für dieses Land Verantwortung zu übernehmen«, sagte Habeck. Dies schließe ein Bekenntnis zur Nato mit ein. »Aber auch, dass der industrielle Kern dieser Republik nicht zerstört wird. Das ist mit uns nicht zu machen.«

Keine »Ausschließeritis«

Die Grünen würden einen eigenständigen Wahlkampf führen und »keine Ausschließeritis« betreiben. Dann entscheide der Souverän, welche Regierungsoptionen da sind. »Und diejenige, in der man am meisten der notwendigen Vorhaben umsetzen kann, hat die größte Chance, realisiert zu werden«, sagte der Grünenchef.

Die Grünen mit ihrer Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock legen in den Umfragen derzeit weiter zu und haben mehrfach die Union von deren Spitzenposition verdrängt.

CDU im Umfragetief – wegen Laschet?

Laut dem ZDF-»Politbarometer« liegen die Grünen mit 26 Prozent knapp vor CDU/CSU, die auf 25 Prozent kommen. Die Partei von Kanzlerkandidatin Baerbock legt im Vergleich zum Vormonat um fünf Prozentpunkte zu, die Union mit Kanzlerkandidat Armin Laschet verliert sechs Punkte.

Bei den anderen Parteien gibt es nur bei der FDP noch leichte Bewegung: Sie legt um einen Prozentpunkt auf zehn Prozent zu. SPD (14 Prozent), AfD (11 Prozent) und Linke (7 Prozent) bleiben unverändert. Allerdings würden 50 Prozent der Befragten eine Regierung unter Führung der CDU vorziehen, nur 39 Prozent eine Regierung unter den Grünen.

CSU-Generalsekretär Markus Blume sieht in der Kanzlerkandidatur von Laschet die Ursache für das Umfragetief der Union. »Die große Enttäuschung über den Ausgang der Personalentscheidung spiegelt sich in den Umfragen wider«, sagte Blume der »Augsburger Allgemeinen«. »Viele, nicht nur in Bayern, hätten sich Markus Söder gewünscht«, sagte Blume mit Blick auf die Entscheidung über den Kanzlerkandidaten der Union.

koe/dpa
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