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19. Oktober 2013, 18:50 Uhr

Doppelspitze mit Özdemir

Grüne wählen Simone Peter zur neuen Chefin

Die Grünen haben eine neue Vorsitzende. Der Parteitag in Berlin hat die frühere saarländische Umweltministerin Simone Peter mit 75,9 Prozent der Stimmen gewählt. Ihr Co-Chef ist Cem Özdemir - er erzielte ein deutlich schlechteres Ergebnis als im Vorjahr.

Berlin - Die Saarländerin Simone Peter ist neue Vorsitzende der Grünen. Die 47-Jährige wurde am Samstag auf dem Grünen-Parteitag in Berlin ohne Gegenkandidatin mit 76 Prozent der Stimmen gewählt. 564 der 743 Delegierten stimmten für Peter, 82 gegen sie, 97 enthielten sich.

Der zweite Posten in der Doppelspitze wird besetzt wie bisher: Cem Özdemir wurde mit enttäuschenden 71,41 Prozent der Stimmen wiedergewählt. Vor einem Jahr hatte er noch 83,3 Prozent der Stimmen erhalten. Gegen ihn war beim Parteitag in Berlin der weitgehend unbekannte Thomas Austermann angetreten. Für ihn stimmten nur 17 Delegierte, für Özdemir 542 von 759 Delegierten. Özdemir hatte nach dem enttäuschenden Ergebnis der Partei bei der Bundestagswahl als einziges Mitglied der Parteiführung erneut für ein Spitzenamt kandidiert.

In ihrer Bewerbungsrede warf die 47-jährige Simone Peter Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) vor, den Klimaschutz zugunsten von Autoherstellern zu vernachlässigen und dafür Spenden von den BMW-Eignern zu kassieren. "Wir verbinden Ökologie, Ökonomie und soziale Gerechtigkeit", erklärte Peter und rief dazu auf, das Profil der Grünen zu schärfen und das Vertrauen der Wähler zurückzugewinnen. Die neue Chefin wird zum linken Flügel der Partei gezählt. Sie wolle die Partei "integrativ und streitbar" führen, sagte Peter.

Sie wurde 2009 Umweltministerin in der bundesweit ersten Jamaika-Koalition aus CDU, Grünen und FDP im Saarland. Als wichtigstes politisches Ziel kündigte sie damals an, den Ökostrom-Anteil im Saarland bis 2020 auf 20 Prozent zu erhöhen.

Peter folgt auf Claudia Roth, die nach der Niederlage bei der Bundestagswahl auf eine erneute Kandidatur verzichtet hatte. Zuvor war Roth mit gefühlvollen Reden, filmischen Erinnerungen und vielen Umarmungen verabschiedet worden.

cis/Reuters/dpa/AFP

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