Sportwagen vor Parteibüro Die Grünen in der Ferrari-Falle

Ein Ferrari und ein Porsche stehen ständig auf Behindertenparkplätzen vor der Grünen-Zentrale in Köln. PS-Monster statt Energiewende? Bei Twitter entlädt sich der Spott - doch die Partei ist machtlos.
Von Andreas Spinrath
Sportwagen vorm Grünen-Büro: "Wasser predigen und Wein saufen"

Sportwagen vorm Grünen-Büro: "Wasser predigen und Wein saufen"

Foto: Tobias Gillen

Köln - Ein Bild sorgt für Wirbel bei Twitter:  Zwei schicke schwarze Sportwagen parken vor der Grünen-Zentrale am Kölner Ebertplatz. Noch dazu auf den Behindertenparkplätzen. Was ist denn in die Grünen gefahren? Ein Anruf bei Kevin Liebig, Mitarbeiter der Geschäftsstelle des Grünen-Kreisverbands Köln.

SPIEGEL ONLINE: Herr Liebig, Sie scheinen ja gut zu verdienen, wenn man sich die Sportwagen vor der Tür ansieht, oder?

Liebig: Die sind nicht von uns. Wir sind nur Mieter in dem Haus. Die Sportwagen gehören den Chefs der Vermieterfirma.

SPIEGEL ONLINE: Und wieso stehen die auf den Behindertenparkplätzen?

Liebig: Das sind nur Placebo-Schilder. Eigentlich sind das private Parkplätze. Das Behinderten-Schild hat die Firma selber angebracht, damit die Plätze nicht ständig besetzt sind.

SPIEGEL ONLINE: Also stehen die Sportwagen öfter da?

Liebig: Ja, und wir haben uns auch schon oft darüber beschwert. Die Geschäftsführer der Firma könnten mit ihren Wagen ja auch in den Hinterhof fahren, aber das ist mit solch tiefliegenden Modellen wohl schwierig. Wir finden das natürlich schlecht - uns war bewusst, dass es irgendwann zu so einem Bild kommen musste.

SPIEGEL ONLINE: Haben schon Menschen wütend angerufen?

Liebig: Noch nicht, aber bei Twitter liest man ja schon Sätze wie "Wasser predigen und Wein saufen".

SPIEGEL ONLINE: Können Sie denn gar nichts dagegen tun?

Liebig: Nein, in dem Fall nicht. Aber manchmal parkt einer der Sportwagen auch vor unserer Garage. Deshalb haben wir jetzt ein Gegenschild aufgehängt: Nur für Grüne, nicht für Sportwagen.