Schutz der Gesundheit Habeck fordert Hitzeplan für Deutschlands Städte

Temperaturen von mehr als 38 Grad wurden am vergangenen Wochenende erreicht. Solche Hitzewellen seien "das neue Normal", so Grünenchef Habeck. Er fordert ein Warnsystem und den Schutz von Risikogruppen.
Politik bei über 35 Grad: Robert Habeck fordert "kühle Räume" und "coole Städte" für Deutschland

Politik bei über 35 Grad: Robert Habeck fordert "kühle Räume" und "coole Städte" für Deutschland

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Kay Nietfeld/ DPA

Angesichts der aktuell hohen Temperaturen in Deutschland fordert der Grünenchef Robert Habeck einen Hitzeplan. Damit solle sich Deutschland besser für Hitzewellen wappnen, die Gesundheit solle geschützt werden können. Gerade Risikogruppen sollen berücksichtigt werden - und Grünflächen in Städten für Abkühlung sorgen.

Es brauche ein einheitliches, gestuftes Hitzewarnsystem, sagte Habeck. "Es sollte ein bundesweites Beratungstelefon geben, Risikogruppen sollten besondere Beachtung finden." In Gesundheitseinrichtungen sollten "kühle Räume" eingerichtet werden. Außerdem solle ein 800 Millionen Euro schweres Förderprogramm "Grüne Freiräume und Wasser für coole Städte" solle die Einrichtung von Grünflächen, Grün an Gebäuden und Frischluftschneisen fördern, für Schatten sorgen und öffentliche Wasserspender finanzieren.

"Solche Hitzewellen werden das neue Normal sein"

Aktuell breitet sich das Hoch "Emil" über Nordeuropa aus und sorgt dafür, dass in Deutschland Temperaturen von mehr als 37 Grad Celsius erreicht werden. Am vergangenen Wochenende wurden in Trier in Rheinland-Pfalz 38,6 Grad gemessen - so viel wie nirgends sonst im bisherigen Jahr.

"Die gegenwärtige Sommerhitze kommt nicht überraschend", sagte Habeck. "Solche Hitzewellen werden das neue Normal sein." Gerade dieses Jahr mit schockierenden Berichten aus Sibirien und der Arktis zeige, dass die Klimakrise rasant an Geschwindigkeit zunehme. Die Hitze sei eine ernste Gefahr für die Gesundheit der Bevölkerung. "Viele Menschen leiden körperlich, unter Schlaflosigkeit und Herz-Kreislauf-Beschwerden. Forschungen gehen von Tausenden von vorzeitig sterbenden Menschen aus - auch hier in Deutschland."

Die Bundesregierung sei hier in der Pflicht, sagte Habeck. Sie solle sich ein Beispiel an Frankreich nehmen, wo bereits ein mehrstufiger Hitzeaktionsplan umgesetzt werde. Der Bund müsse eine Gesamtstrategie entwickeln, "die regional von den Landesregierungen und lokal von den Kommunen, den Gegebenheiten entsprechend, angepasst wird."

mst/dpa
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