Bundestagswahl 2013 Grünen-Politikerinnen wollen Spitzenfrau

Eine Frau soll die Grünen in den Bundestagswahlkampf 2013 führen - das fordern Politikerinnen der Partei in einer gemeinsamen Erklärung. Sie wünschen sich eine Doppelspitze, doch dagegen sprach sich der Stuttgarter Ministerpräsident Kretschmann aus.

Hamburg - Zahlreiche Grünen-Politikerinnen wollen mit einer Frau an der Spitze in den Bundestagswahlkampf 2013 ziehen. In einem gemeinsamen Aufruf fordern 24 Grünen-Frauen die Einhaltung der Quote bei der Aufstellung der Spitzenkandidaten. "Eine Spitze ohne Frauen wäre doch altbacken, uncool und einfältig," heißt es in einer Erklärung, die der "taz" aus Berlin vorliegt.

Initiatorin des Aufrufs ist die Bundestagsabgeordnete Agnieszka Brugger. Zu den Mit-Unterzeichnerinnen gehören ihre Fraktionskollegin Agnes Krumwiede sowie die Europaabgeordnete Ska Keller und die Sprecherin der Grünen Jugend, Sina Doughan.

"Wir sprechen uns entschieden dagegen aus, bei der Besetzung des grünen Spitzenpersonals zur Bundestagswahl 'Und tschüss' zur Quote zu sagen," erklären die Politikerinnen. Unterstützung erhalten sie von der frauenpolitischen Sprecherin der Grünen-Fraktion im Bundestag, Monika Lazar: "Ich bin sehr überzeugt davon, dass uns Doppelspitzen gut zu Gesicht stehen", sagte sie der "taz".

Kretschmann spricht sich gegen Doppelspitze aus

Das sieht Baden-Württembergs grüner Ministerpräsident Winfried Kretschmann anders: "Ich war immer der Meinung, dass es das Beste ist, wenn man einen einzelnen Spitzenkandidaten oder eine Spitzenkandidatin hat", sagte er in der "Rheinischen Post". Gleichwohl könne man "die Sache auch anders lösen". Eine Entscheidung müsse jedoch schnell getroffen werden, so Kretschmann. Auf keinen Fall sollten jedoch mehr als zwei Spitzenkandidaten nominiert werden.

Der Ministerpräsident riet seiner Partei zudem davon ab, für 2013 die Option einer schwarz-grünen Koalition im Bund auszuschließen.

Am Montag will der Bundesvorstand einen Verfahrensvorschlag für die Kandidatenaufstellung der Grünen unterbreiten. In der vergangenen Woche hatte Parteichefin Claudia Roth ihre Bewerbung für die Spitzenkandidatur angekündigt und sich für eine Urwahl starkgemacht. Roth war damit die Erste aus dem Grünen-Spitzenquartett, die sich in Sachen Spitzenkandidatur festgelegt hatte. Seither ist in der Partei eine heftige Debatte entbrannt.

Sollte sich Kretschmann mit seiner Forderung nach einem einzelnen Spitzenkandidaten durchsetzen, gilt Fraktionschef Jürgen Trittin dafür als aussichtsreichster Bewerber.

syd/AFP
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