Grünen-Parteitag Palmer fordert Schonfrist für Benzin- und Dieselautos

Zündstoff für den Grünen-Parteitag: Tübingens Oberbürgermeister Palmer ist gegen das von seiner Partei geforderte Verbot des Verbrennungsmotors ab 2030. Im SPIEGEL warnt er, Baden-Württemberg würde zum "Sanierungsfall".
Foto: Jan Woitas/ dpa

Der Grünen-Politiker Boris Palmer hat seine Partei davor gewarnt, beim Parteitag am Wochenende ein Verbot von Benzin- und Dieselfahrzeugen ab 2030 zu beschließen. "Ich habe Angst um die Arbeitsplätze der Autoindustrie und ihrer Zulieferer besonders in Baden-Württemberg", sagte Palmer im Interview mit dem SPIEGEL. (Lesen Sie hier das vollständige Interview im neuen SPIEGEL.)

"Wenn der Verbrennungsmotor morgen abgeschaltet wird, ist Baden-Württemberg ein Sanierungsfall wie das Ruhrgebiet nach der Ära von Kohle und Stahl", mahnte der Oberbürgermeister von Tübingen. Ein "fallbeilartiges Verbot" im Jahr 2030 würde bedeuten, dass in zwei bis drei Jahren die Erforschung und Entwicklung der Technologie beendet würde.

"Das wäre eine Vollbremsung mit Totalschaden", so Palmer weiter. Stattdessen sollte die Bundesregierung eine jährlich steigende Mindestquote emissionsfreier Fahrzeuge an den Neuzulassungen vorschreiben. Parallel müsse der Staat den Ausbau der Lade-Infrastruktur mit Macht vorantreiben.

Die Grünen treffen sich von Freitag bis Sonntag in Münster zu ihrem Bundesparteitag.

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