Grüner Rundumschlag "Wir produzieren, bauen und wohnen falsch"

Teilweise drastische Forderungen finden sich in einem neuen Positionspapier der Grünen zur globalen Erderwärmung. Fraktionschef Kuhn bescheinigte den Deutschen, so ziemlich alles verkehrt zu machen.


Die Grünen haben heute die Debatten auf ihrem groß angelegten Zukunftskongress in Berlin aufgenommen. Im Mittelpunkt steht dabei die globale Erderwärmung. "Wir produzieren falsch, wir bauen falsch und wohnen falsch, wir bewegen uns falsch, und wir ernähren uns falsch", so die Diagnose des Grünen-Fraktionschefs Fritz Kuhn.

Grünen-Vordenker Kuhn: Klimaschutz als "drängenste Frage der Gegenwart"
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Grünen-Vordenker Kuhn: Klimaschutz als "drängenste Frage der Gegenwart"

Obwohl die Klimakatastrophe die "drängenste Frage der Gegenwart" sei, finde sie sich nur bei den Grünen als "die zentrale Fragestellung" auf der Tagesordnung. Nötig seien mehr Energieeffizienz, - einsparungen und erneuerbare Energien.

In einem neuen Positionspapier, das Parteichef Reinhard Bütikofer von dem Abgeordneten Reinhard Loske erbeten hatte, sind weitreichende Umwelt- und Klimaschutzforderungen aufgeführt. So wird zum Beispiel die Einführung einer City-Maut wie in London gefordert. Kuhn betonte, rund ein Fünftel des CO2-Ausstoßes gehe auf den Verkehr zurück.

Für Neubauten soll dem Papier zufolge ein Heizenergie-Verbrauch von umgerechnet einem Liter Heizöl pro Quadratmeter und Jahr verpflichtend werden. Die konkreten Inhalte des Papiers sind noch nicht abgestimmt. Für Wirbel sorgte am Rand des Kongresses der hessische Grünen-Chef Matthias Berninger, der gegen das Votum der Parteispitze im Hessischen Rundfunk forderte, die Partei müsse sich auf Dreierbündnisse mit der FDP einstellen.

jaf/dpa



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