Deutsche in Krisengebieten GSG 9 bemängelt Panzerung von Botschaftsfahrzeugen

Deutsche Botschaftsmitarbeiter in Krisengebieten könnten größerer Gefahr ausgesetzt sein als bisher bekannt. Nach Informationen des SPIEGEL sieht die GSG 9 Schwachstellen in der Panzerung ihrer Fahrzeuge.

An gepanzerten Fahrzeugen deutscher Botschaften und anderer Behörden in Krisenländern gibt es möglicherweise gefährliche Schwachstellen. Diesem Verdacht geht die Sondereinheit GSG 9 der Bundespolizei nach und fordert in einem Schreiben an das für die Beschaffung der Fahrzeuge zuständige Bundesinnenministerium Untersuchungen. Betroffen ist nach Informationen des SPIEGEL das Modell Trojan, ein von einer Brandenburger Firma umgebauter, fast fünf Tonnen schwerer Toyota Land Cruiser. (Diese Meldung stammt aus dem SPIEGEL. Den neuen SPIEGEL finden Sie hier.)

"Vergleiche mit anderen Fahrzeugen gleichen Typs ließen Zweifel in Bezug auf den ballistischen Schutz und den Schutz gegen Ansprengungen aufkommen", heißt es in dem Brief der GSG 9 vom Frühjahr. Die Beamten vermuten im Fall von zwei Fahrzeugen der deutschen Botschaft in Libyen, dass die von der Brandenburger Firma ausgelieferten Land Cruiser etwa bei "Überlappungen in den Türbereichen" weniger stark geschützt seien als jene Modelle, die für die Zertifizierung beschossen und mit der Zündung eines Sprengsatzes erprobt worden waren.

Die gepanzerten Geländewagen der Firma sollen unter anderem im Jemen, in Israel und in Libyen deutsches Botschaftspersonal, Polizeiausbilder und andere Sondereinheiten schützen. Die deutschen Behörden wollen die beiden Fahrzeuge nach Informationen des SPIEGEL zur Überprüfung nach Deutschland holen. Auch die EU hat mehr als 100 Trojan im Einsatz, etwa in Georgien.

Der Brandenburger Hersteller versichert, seine Fahrzeuge verfügten über die erforderlichen Zertifizierungen. Als prominenten Berater beschäftigt der Betrieb den ehemaligen Generalinspekteur der Bundeswehr, Harald Kujat.

Korrektur: In der ursprünglichen Fassung des Textes hieß es irrtümlich, die GSG 9 wolle auch einen Zwischenfall mit einem Trojan-Geländewagen im Jemen untersuchen. Tatsächlich betraf dieser Vorfall jedoch ein gepanzertes Toyota-Fahrzeug eines anderen Herstellers.

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