Günther Lachmann Ex-"Welt"-Redakteur arbeitet für AfD-Fraktion in Thüringen

Günther Lachmann schrieb für die "Welt" über die AfD. Gleichzeitig soll der Journalist der Partei Beratungsangebote gemacht haben. Er wurde entlassen. Nun hat er einen neuen Job - bei der AfD.

Björn Höcke
DPA

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"Herzlich Willkommen, Günther Lachmann!" schreibt Björn Höcke. Der Fraktionschef und Landeschef der thüringischen AfD begrüßte seinen neuen Mitarbeiter via Facebook. Lachmann, bis Februar noch Redakteur der "Welt", ist nun für die "strategische Kommunikation" Höckes und seiner Fraktion im thüringischen Landtag zuständig.

Die "Welt" hatte Lachmann im Februar entlassen. Der nordrhein-westfälische AfD-Landeschef Marcus Pretzell hatte den Vorwurf erhoben, der Journalist habe sich seiner Partei als Berater angeboten (lesen Sie hier mehr). Pretzell hatte Ende Januar auf Facebook von Lachmanns Angebot berichtet. Lachmann habe sich als "Teilzeit-Pressestrategie-Berater für die AfD" angeboten und habe dafür einen monatlichen Lohn in Höhe von 4000 Euro verlangt. Um seine Vorwürfe zu belegen, hatte Pretzell nach "Welt"-Angaben abgelichtete E-Mails vorgelegt.

"Welt"-Chefredakteur Stefan Aust sprach damals von einem "groben Verstoß gegen journalistische Grundsätze", Lachmann wurde entlassen. Dieser zog gegen seine Kündigung vor ein Arbeitsgericht. Das Verfahren endete mit einem Vergleich.

Nun arbeitet Lachmann für die Partei, über die er noch vor wenigen Monaten berichtete. Die thüringische AfD-Fraktion habe Probleme, mit ihren Kampagnen in der Öffentlichkeit durchdringen zu können, sagte der parlamentarische Geschäftsführer, Stefan Möller, am Montag. "Herr Lachmann wird uns mit seiner Expertise hierbei sehr gut unterstützen, denn er vereint erstklassige Erfahrungen aus den Bereichen Journalismus und Publizistik."

heb/dpa



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