Oettinger über Petry "...würde ich mich heute Nacht noch erschießen"

Was wäre, wenn Günther Oettinger mit Frauke Petry verheiratet wäre? Das Gedankenspiel hat der EU-Kommissar selbst angestellt - und sehr deutlich gemacht, was er von der AfD-Chefin hält.
EU-Kommissar Oettinger (Archivbild): Scharfe Wortwahl

EU-Kommissar Oettinger (Archivbild): Scharfe Wortwahl

Foto: Soeren Stache/ dpa

EU-Kommissar Günther Oettinger hat mit einer Aussage über AfD-Chefin Frauke Petry auf einer Veranstaltung in Berlin für Aufsehen gesorgt. Wenn er mit dieser Frau verheiratet wäre, würde er sich noch heute Nacht erschießen, soll der CDU-Politiker laut Deutschlandfunk  gesagt haben. Der Sender beruft sich auf Angaben von Journalisten vor Ort.

In welchem Kontext Oettinger sich äußerte, ließ der Deutschlandfunk offen. Auch auf Twitter hatten Zuschauer die Aussage vom Auftritt des Europa-Politikers verbreitet. Wörtlich wird er zitiert: "Wenn die komische Petry meine Frau wäre, würde ich mich heute Nacht noch erschießen."

Oettinger sprach auf der Veranstaltung von Microsoft Deutschland zum Thema "Digitales Deutschland". Der ehemalige Ministerpräsident von Baden-Württemberg ist EU-Kommissar für Digitale Wirtschaft und Gesellschaft.

Oettinger erklärt sich via Twitter

Am Dienstagvormittag reagierte Oettinger über Twitter und schrieb: "Es ging nicht um Petry als Person sondern um AfD nach Austritt @HansOlafHenkel." Der frühere BDI-Chef Henkel hatte die AfD im vergangenen Sommer verlassen, nachdem auf dem Essener Mitgliederparteitag die Führungsfrage entschieden und sich Frauke Petry gegen Bernd Lucke durchgesetzt hatte. Henkel gehört wie Lucke der neu gegründeten Partei Alfa an. Zuletzt hatte Henkel die AfD als "NPD light" bezeichnet. Auch hatte er mit Blick auf seine eigene Rolle bei der Gründung der AfD erklärt: "Wir haben ein Monster geschaffen."

Zudem twitterte Oettinger: "Es ging vor allem um Aussage von @FraukePetry Schusswaffen Grenzkontrolle Flüchtlinge einzusetzen. Aussage ist Schande."

Petry, die Parteichefin der rechtspopulistischen Alternative für Deutschland, hatte zuletzt öffentlich befürwortet, Menschen auf der Flucht mit Waffengewalt am Grenzübertritt zu hindern. Petry bezeichnete den Waffeneinsatz als Ultima Ratio. Ihre Stellvertreterin Beatrix von Storch befürwortete auf ihrer Facebookseite ausdrücklich, dass Bundespolizisten sogar auf geflüchtete Frauen und Kinder schießen dürfen müssten.

Mehrere Spitzenpolitiker zeigten sich angesichts dieser Äußerungen entsetzt. Beide AfD-Politikerinnen wollten ihre Sätze hinterher nicht so gemeint haben.

Auf die Äußerungen Oettingers reagierte Petry im Verlaufe des Dienstag gegenüber der "Bild"-Zeitung. "Herr Oettinger, Ihr Kopfkino ist unappetitlich. Ich frage mich, was Ihre Frau wohl dazu sagt." In der CDU sehe man die Ehe offenbar nur noch als "Weg in den Selbstmord", fügte sie hinzu.

brk/sev
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