GUS-Gipfeltreffen Putin zum neuen Vorsitzenden gewählt

Die Staatschefs der GUS haben bei ihrem ersten Treffen nach der Ära Jelzin dem russischen Übergangspräsidenten Wladimir Putin den Rücken gestärkt. Sie wählten Putin im Moskauer Kreml einstimmig zum neuen Vorsitzenden des GUS-Rates.


Moskau - Mit der Wahl Putins zum Vorsitzenden der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten signalisierten die GUS-Staatschefs, dass sie mit dessen Sieg bei der vorgezogenen Präsidentenwahl in Russland am 26. März rechnen. "Machen Sie es wie wir", sagte der im November wieder gewählte ukrainische Staatschef Leonid Kutschma zu Putin. Den GUS-Vorsitz hatte bislang Boris Jelzin, der am 31. Dezember als russischer Präsident zurückgetreten war.

Wladimir Putin
AFP

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Putin traf mit allen Präsidenten auch zu bilateralen Gesprächen zusammen, nachdem Jelzin seine früheren Kollegen am Vorabend zu einem Abendessen eingeladen hatte. Allgemein erwartete die russische Presse eine aktivere Rolle Moskaus in der Gemeinschaft, seit Russland nicht mehr vom kränkelnden Jelzin vertreten wird.

"In einigen ausländischen Zentren ist die Illusion aufgekommen, dass im postsowjetischen Raum neue Orte des Extremismus entstanden sind, der wir aber keine Chance lassen werden", sagte Putin nach Abschluss des Gipfels vor Journalisten. Zur Bekämpfung des Terrorismus will die GUS ein gemeinsames Anti-Terrorismus-Zentrum gründen.

Putin hielt am Rande des GUS-Treffens einen Kaukasus-Sondergipfel mit den Staatschefs Eduard Schewardnadse (Georgien), Gejdar Alijew (Aserbaidschan) und Robert Kotscharjan (Armenien) ab. Besonders das Verhältnis zwischen Russland und Georgien, das an Tschetschenien grenzt, ist durch den Kaukasus-Krieg belastet. Angesichts des Krieges hatte sich der türkische Präsident Süleyman Demirel kürzlich in Georgien für einen Kaukasus-Sicherheitspakt ausgesprochen.

Die GUS war 1991 als Bündnis der ehemaligen Sowjetrepubliken gegründet worden. Mitglieder sind Russland, Weißrussland, die Ukraine, Moldawien, Georgien, Armenien, Aserbaidschan, Kasachstan, Usbekistan, Turkmenien, Kirgisien und Tadschikistan. Die baltischen Staaten gehören nicht der GUS an. Der nächste GUS-Gipfel ist im April in Moskau geplant.



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