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08. Januar 2012, 08:23 Uhr

Guttenberg-Comeback

"Machen wir"

Karl-Theodor zu Guttenberg war einst der Star der CSU - das soll er nach dem Willen der Parteispitze wieder werden. Nun hat der gestrauchelte Freiherr nach SPIEGEL-Informationen erstmals signalisiert, dass er über ein Comeback sprechen will.

Hamburg - Der letzte öffentlich bekannte Kontakt war kein Liebesakt: Karl-Theodor zu Guttenberg hatte in seinem Buch "Vorerst gescheitert" über die CSU gewitzelt, in der sich "schon viele Spinnweben gebildet" hätten. Die Partei war getroffen, Guttenberg schlage "Wunden, die so schnell nicht verheilen", erklärte Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich im Dezember gegenüber dem SPIEGEL.

Nun scheinen sich die Gemüter beruhigt zu haben, öffentlich wird in Bayern wieder um Guttenberg gebuhlt - und nach SPIEGEL-Informationen hat der ehemalige Verteidigungsminister nun auch erstmals signalisiert, dass er in den kommenden Wochen mit der CSU über seine mögliche Kandidatur bei der Bundestagswahl 2013 sprechen wolle.

Christian Meißner, Landrat und CSU-Kreisvorsitzender in Guttenbergs Wahlkreis in Oberfranken, hatte den Ex-Minister zu einem Treffen innerhalb der nächsten vier bis fünf Wochen aufgefordert; daran teilnehmen sollte auch der Kulmbacher Oberbürgermeister Henry Schramm. Guttenberg antwortete per SMS: "machen wir".

Klartext beim Deutschlandbesuch Ende Januar

Auch der Bezirkschef der CSU in Guttenbergs Heimat, Innenminister Friedrich, will rasch wissen, ob Guttenberg antritt. Er rechne damit, dass Guttenberg während seines Deutschland-Aufenthalts Ende Januar, bei dem er auch im Aachener Karnevalsverein auftritt, Klartext über seine Kandidatur spreche, sagte Friedrich. "Ich gehe davon aus, dass er dann die Gelegenheit nutzt, mit seinen politischen Freunden zu reden."

CSU-Chef Seehofer hatte zuletzt bekräftigt, dass er den früheren CSU-Star, der nach der Plagiatsaffäre alle Ämter niedergelegt hatte und in die USA gezogen war, wieder in die Politik zurückholen will. Es werde deshalb "persönliche Kontakte" geben, so Seehofer. Letztlich müsse jedoch Guttenberg selbst entscheiden, "zu welchem Zeitpunkt er sich das vorstellen kann". Es liege an ihm, "sich in unsere erstklassige Mannschaft einzureihen".

Landesgruppenchefin Gerda Hasselfeldt hatte zuletzt am Donnerstag im ARD-"Morgenmagazin" erklärt, die Partei wolle Guttenberg die Ruhe geben, sich persönlich zu entscheiden. "Es ist so, dass er entscheidet." Wenn er ein Amt anstrebe, würden dann Parteigremien beraten, ob er der Richtige sei. Auch Friedrich hatte am Rande der Tagung in Wildbad Kreuth erklärt, er wünsche sich eine Rückkehr von Guttenberg.

jul

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