Gysi-Kontrahentin Wagenknecht schließt Koalition mit Gabriel-SPD aus

Die Linken-Politikerin Wagenknecht kann sich eine Koalition mit der SPD unter dem aktuellen Vorsitzenden Gabriel nicht vorstellen - und widerspricht im SPIEGEL damit Fraktionschef Gysi unmittelbar vor dem Parteitag.

Kontrahenten Wagenknecht, Gysi: Wie mit der SPD umgehen?
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Kontrahenten Wagenknecht, Gysi: Wie mit der SPD umgehen?


Die Bundestagsabgeordnete Sahra Wagenknecht hat eine Koalition mit der SPD unter der Führung des derzeitigen Parteichefs Sigmar Gabriel ausgeschlossen. "Herr Gabriel hat doch von der Vermögensteuer über TTIP bis zur Vorratsdatenspeicherung alles abgeräumt, wodurch sich die SPD einmal von der CDU unterschieden hat", sagte die Linken-Politikerin dem SPIEGEL. (Lesen Sie das ganze Gespräch im neuen SPIEGEL.)

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Ein Bündnis mit den Sozialdemokraten im Bund sei erst denkbar, wenn "da wieder Leute an die Spitze kommen, die sich nicht damit abfinden wollen, dass ihre Partei auf jeden politischen Gestaltungsanspruch verzichtet", so Wagenknecht.

Sie stellte sich damit unmittelbar vor dem Bundesparteitag der Linken in Bielefeld gegen Fraktionschef Gregor Gysi, der zuletzt dafür geworben hatte, dass sich seine Partei für die Regierungsübernahme nach der Bundestagswahl 2017 vorbereiten soll.

Wagenknecht, das prominenteste Gesicht des linken Flügels ihrer Partei, gilt schon seit Langem als Gegenspielerin des eher pragmatischen Gysi. Wagenknecht könnte ihm ab Herbst als Fraktionschefin nachfolgen, falls Gysi sich zurückzieht. Seine Entscheidung will er auf dem Parteitag verkünden.

Wagenknecht sagte weiter: "Solange die SPD für prekäre Jobs, Einschränkungen des Streikrechts und Kriegseinsätze im Ausland steht, können wir mit ihr nicht regieren. Eine Koalition kann es erst geben, wenn die Linke so stark ist, dass in der SPD ein Umdenken einsetzt."

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insgesamt 94 Beiträge
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Seite 1
rickmarten 05.06.2015
1. Wird nicht so heiss gegessen
Lafontaine soll doch unlängst bei einer G7-Talkshow ganz auf Mainstream-Kurs gewesen sein. Und für eine Regierungsbeteiligung würde die Mehrheit der Gysi-Truppe sicher Wagenknecht einfach vor die Tür setzen. Andererseits soll sie ja den angenehmen des Lebens nicht abgeneigt sein. Vielleicht geht es auch nur um den Preis -sprich schönen Posten- für das Einknicken.
mymindisramblin' 05.06.2015
2. recht hat sie!
die spd hat sich selbst so runtergewirtschaftet dass ihr auf lange sicht nur noch die fusion mit der merkel-partei uebrigbleiben wird wenn sie politisch noch eine rolle spielen will. und als einzige partei die noch kaempferisch arbeitnehmerinteressen vertritt bleibt die linke uebrig.natuerlich will die herrschende klasse keine linke partei, deshalb wird die linke ja in medien und politik diskreditiert wo es nur geht. wenn die zeiten noch schlechter werden wird sich das volk hoffentlich nicht mehr vom 'immer weiter so' der cdu einlullen lassen, die doch nur dafuer sorgt dass sich banken und grosskonzerne die taschen mit unserem geld vollmachen. ich hab es nie verstanden wie man als einfacher arbeitnehmer cdu waehlen kann - das argument wirtschaftskompetenz zieht ja auch nicht mehr...
englishbulldog 05.06.2015
3. Frau Wagenknecht hat vollkommen Recht!
Vorweg: ich bin kein Anhänger der Ideen von Frau Wagenknecht. Aber wo sie Recht hat, hat sie Recht. Die SPD hat ihre Ideale verkauft-endgültig! Nur um an der Regierung beteiligt zu sein, geht Gabriel alles mit wofür die SPD NICHT steht bzw. mal gestanden hat. Und somit ist Frau Wagenknechts Aussage nur konsequent!
68bella68 05.06.2015
4. Wer hat uns verraten - Sozialdemokraten
Diese SPD hat den deutschen Sozialstaat zerstört und einen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg geführt. Deshalb muß diese Partei so abgestraft werden, wie die PASOK in Griechenland. Sollte Gysi eine Koalition mit dieser Partei anstreben, ist auch Die Linke unwählbar. Es werden dann nur noch 40% wählen gehen, der Rest wird den Demokratiezirkus als Beobachter zynisch kommentieren......
arrache-coeur 05.06.2015
5.
"Wagenknecht schließt Koalition mit Gabriel-SPD aus" - Dann haben wir ja noch mal Glück gehabt, keinen der Beiden nach der Wahl ertragen zu müssen;-)
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