Gysi und Lafontaine Linke Doppelspitze steht

Der Zusammenschluss von Linkspartei und WASG rückt näher: Der frühere SPD-Chef Lafontaine ist jetzt auch Mitglied der Linkspartei; deren ehemaliger Vorsitzender Gysi trat der Wahlalternative Arbeit und Soziale Gerechtigkeit bei.


Berlin - Die Linksfraktion im Bundestag gab die Doppelmitgliedschaften ihrer beiden Vorsitzenden heute bekannt. Mit dem Doppelbeitritt solle ein "klares Signal" für den bis Sommer 2007 angestrebten Zusammenschluss zu einer neuen Linken in ganz Deutschland geben werden.

Mit Blick auf die geplante Fusion hatte die Linkspartei kürzlich auf ihrem Dresdner Parteitag Doppelmitgliedschaften offiziell erlaubt, wie sie bei der WASG bislang schon möglich waren.

Lafontaine, der für die WASG auf der Linkspartei-Liste in den Bundestag eingezogen war, erklärte der Mitteilung zufolge dem Landesvorstand der Linkspartei.Saar schriftlich seinen Eintritt, Gysi im Wahlkreis Treptow-Köpenick von Berlin, den er bei der Bundestagswahl am 18. September direkt gewonnen hatte.

Die WASG war aus dem Protest gegen die Reformen der Agenda 2010 heraus vor allem in Westdeutschland entstanden; ihr gehören viele enttäuschte Gewerkschafter und frühere SPD-Mitglieder an.

Im kommenden Jahr müssten in einem breiten Diskussionsprozess der Mitglieder von Linkspartei und WASG und anderer Interessierter die Voraussetzungen für die Parteibildung geschaffen werden, erklärten Gysi und Lafontaine. Die Linke sei in der Pflicht, die Chance auf politische Alternativen zu Neoliberalismus und Sozialabbau zu nutzen: "Wenn in Deutschland inzwischen vom Bundespräsidenten und Politikern der Union über eine soziale Grundsicherung, über Mindestlöhne und steigende Reallöhne debattiert wird, sind die gesellschaftlichen Wirkungen des Wahlerfolges der Linken nicht mehr zu übersehen."



© SPIEGEL ONLINE 2005
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.