Modellbau-Affäre Ermittlungen gegen Haderthauer eingeleitet

In der Modellbau-Affäre wurde das Ermittlungsverfahren gegen Bayerns Staatskanzleichefin Christine Haderthauer offiziell eröffnet. Der CSU-Politikerin droht noch eine Anzeige von einem weiteren Häftling.
CSU-Politikerin Haderthauer (mit Ministerpräsident Seehofer, Archivbild): Verfahren eröffnet

CSU-Politikerin Haderthauer (mit Ministerpräsident Seehofer, Archivbild): Verfahren eröffnet

Foto: Andreas Gebert/ picture alliance / dpa

München - Die Staatsanwaltschaft München II hat das erwartete Ermittlungsverfahren wegen Betrugsverdachts gegen Bayerns Staatskanzleichefin Christine Haderthauer förmlich eingeleitet. Das teilte Behördensprecher Ken Heidenreich am Freitag mit.

Anlass für die Ermittlungen ist eine Anzeige eines früheren Mitgesellschafters des Ehepaars Haderthauer bei der Firma Sapor Modelltechnik. Das Unternehmen verkaufte hochwertige Modellautos, die von psychisch kranken Straftätern gebaut wurden.

Der frühere Geschäftspartner fühlt sich bei einer Abfindung übers Ohr gehauen. In gleicher Sache wird bereits seit einiger Zeit gegen Haderthauers Mann Hubert ermittelt, wie Heidenreich bestätigte.

Der CSU-Politikerin droht noch eine weitere Anzeige: Roland S., ein wegen dreifachen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilte Modellauto-Bauer, der sich bis heute in Sicherungsverwahrung befindet, wolle Strafanzeige erstatten. Das berichtet die "Bild"-Zeitung. "Mein Mandant fühlt sich von dem Ehepaar Haderthauer ausgenutzt. Deshalb wollen wir Strafanzeige stellen", sagte der Rechtsanwalt Adam Ahmed, der S. vertritt.

Der gelernte Bauschlosser hat laut dem Bericht bis zu 130 Modellautos gebaut, die das Ehepaar Haderthauer für insgesamt mehr als 2,6 Millionen Euro weiterverkauft oder versteigert haben soll. Der Häftling habe für seine Arbeit demnach nur 200 Euro pro Monat erhalten. Er werfe Hubert Haderthauer vor, die von S. gefertigten Modellautos als von ihm selbst hergestellte Modelle ausgegeben zu haben.

fab/AFP/dpa
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