Seltsame Geschäfte Haderthauer-Gatte handelte mit Modellautos aus Psychiatrie

Ein Arzt in der Psychiatrie verdient an den Modellautos, die einer seiner Patienten bastelt. Das allein wäre schon dubios genug. Doch der Arzt ist auch noch der Ehemann der bayerischen Sozialministerin Christine Haderthauer.
Ehepaar Haderthauer bei Bayreuth-Premiere: Die Ministerin und der Ex-Modellautovertreter

Ehepaar Haderthauer bei Bayreuth-Premiere: Die Ministerin und der Ex-Modellautovertreter

Foto: Marc Müller/ picture alliance / dpa

Er saß als verurteilter Mörder in der forensischen Abteilung eines Bezirkskrankenhauses - und baute dort Modellautos, die bei Liebhabern Preise von vielen tausend Euro erzielen. Der SPIEGEL berichtet in seiner neuesten Ausgabe über den Bauschlosser S. und seine seltsame Beziehung zu Hubert Haderthauer. Der Landgerichtsarzt in Ingolstadt und Ehemann der bayerischen Sozialministerin Christine Haderthauer unterhielt private Geschäftsverbindungen mit bayerischen Bezirkskrankenhäusern. Haderthauer hatte als Arzt in der Forensik in Ansbach den wegen Mordes inhaftierten Bauschlosser Roland S. betreut.

S. konstruierte in einer Werkstatt des Bezirkskrankenhauses exklusive Miniaturmodelle von Oldtimern, nachdem Haderthauer mit S. dort die "Arbeitstherapie Modellbau" gegründet hatte. Die Modellfahrzeuge, die heute zum Teil für mehr als 30.000 Dollar bei internationalen Auktionen gehandelt werden, verkaufte der Arzt dann über seine Firma Sapor an Sammler.

Roland S. wurde später in die forensische Abteilung des Bezirkskrankenhauses Straubing verlegt und fertigte auch dort die Sammlerstücke für einen Monatslohn von rund 200 Euro. Der Bezirk Niederbayern bestätigte gegenüber dem SPIEGEL, dass Sapor die Autos der Klinik für jeweils 3000 bis 4000 Euro abkaufte und dass eine "sehr lange" Zusammenarbeit mit Sapor und Haderthauer bestand. Haderthauer habe die Firma an einen Bekannten verkauft, als seine Frau 2008 Sozialministerin wurde und damit die Fachaufsicht über den Maßregelvollzug in Bayern bekam.