Flüchtlinge in Halberstadt Jugendliche bewerfen Helfer des Roten Kreuzes mit Steinen

Jugendliche haben in Halberstadt eine Notunterkunft für Flüchtlinge angegriffen: Sie bewarfen DRK-Helfer mit Steinen, einer traf eine Mitarbeiterin im Gesicht.
Polizei am Zelt des DRK in Halberstadt: Attacke "wie aus dem Nichts"

Polizei am Zelt des DRK in Halberstadt: Attacke "wie aus dem Nichts"

Foto: Matthias Strauß/ dpa

Sechs Jugendliche haben in der Nacht zum Sonntag an einer Flüchtlingsunterkunft in Halberstadt Steine auf Helfer des Deutschen Roten Kreuzes geworfen. Dabei wurde eine 20-jährige Helferin an der Wange getroffen und leicht verletzt, teilte die Polizei mit. Zudem sei mehrfach "Ausländer raus" skandiert worden.

Die junge Frau sagte dem MDR , die Steine seien "wie aus dem Nichts" geflogen gekommen. Die Angreifer hätten verfassungsfeindliche Parolen gerufen, berichtete sie weiter.

Das DRK hatte Zelte neben einer Sporthalle aufgebaut, in der Asylsuchende untergebracht sind. Eines der Zelte dient zur Essensausgabe für die Flüchtlinge, das andere als Aufenthaltsraum für die DRK-Helfer.

Die Polizei konnte noch vor Ort einen 15-jährigen mutmaßlichen Steinewerfer fassen. Fünf weitere Verdächtige im Alter von 16 bis 20 Jahren wurden bei einer Fahndung im Umkreis festgenommen. Die Polizei leitete Verfahren wegen Volksverhetzung und gefährlicher Körperverletzung ein.

In den vergangenen Monaten hatte es in Deutschland wiederholt Anschläge auf Flüchtlingsunterkünfte gegeben. Erst in der Nacht zum Samstag war in einem geplanten und in der Garage eines belegten Asylbewerberheims Feuer ausgebrochen, die Polizei geht von Brandstiftung aus.

Justizminister Heiko Maas verurteilte die Angriffe. "Jeder Anschlag auf eine Flüchtlingsunterkunft ist ein Angriff auf unsere Gesellschaft und ein Angriff auf uns alle", erklärte er auf Twitter. "Es reicht!"

sun/dpa/AFP