Reaktionen Bundesregierung zeigt sich entsetzt über tödliche Schüsse in Halle

Am jüdischen Versöhnungstag Jom Kippur sind in Halle zwei Menschen getötet worden. Regierungssprecher Seibert spricht von "schrecklichen Nachrichten". Ministerpräsident Haseloff brach seinen Brüssel-Besuch ab.

Absperrungen in Halle nach tödlichen Schüssen: Oberbürgermeister spricht von "Amoklage"
Marvin Gaul/ REUTERS

Absperrungen in Halle nach tödlichen Schüssen: Oberbürgermeister spricht von "Amoklage"


Nach den tödlichen Schüssen in Halle gibt es erste Reaktionen aus der Politik. Regierungssprecher Steffen Seibert sprach von "schrecklichen Nachrichten". Dass es zwei Tote gebe, sei "entsetzlich". Er hoffe sehr, "dass die Polizei den Täter oder die Täter möglichst schnell fassen kann und kein weiterer Mensch in Gefahr kommt". Es sei nun ganz wichtig, dass die Bevölkerung den Anweisungen der Polizei Folge leiste.

Seibert betonte, dass er noch keine Informationen zu den möglichen Hintergründe hat. Ein Sprecher des Bundesinnenministeriums äußerte sich ähnlich: Zur Motivlage seien "derzeit keine seriöse Angaben" möglich.

In Halle wurden zuvor zwei Menschen erschossen. Die Polizei sprach zunächst von mehreren mutmaßlichen Tätern, die mit einem Auto flüchteten. Ein Mensch sei festgenommen worden. Die Anwohner in Halle und im östlich davon gelegenen Landsberg wurden aufgefordert, in ihren Wohnungen zu bleiben oder sichere Orte aufzusuchen.

Sebastian Willnow/dpa-Zentralbild/dpa

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff hielt sich am Mittwoch zunächst in Brüssel auf, kürzte seinen Besuch bei der EU aber spontan ab. Der CDU-Politiker komme eher nach Sachsen-Anhalt zurück, sagte ein Regierungssprecher. Landesinnenminister Holger Stahlknecht (CDU) unterbricht wegen der Tat in Halle seinen Urlaub und kehrt nach Magdeburg zurück.

Auch der Grünen-Politiker Cem Özdemir zeigte sich bestürzt über die tödlichen Schüsse von Halle/Saale. "Schreckliche Nachrichten aus Halle, heute am jüdischen Versöhnungstag Jom Kippur. Ich bin erschüttert & traurig", twitterte der frühere Grünen-Chef. Allen Verletzten und Angehörigen wünschte er viel Kraft und dankte den Einsatzkräften.

Der Oberbürgermeister von Halle, Bernd Wiegand (parteilos) sprach am Mittwoch in einer Mitteilung von einer "Amoklage". Alle Rettungskräfte der Feuerwehr seien in Alarmbereitschaft versetzt worden. Unter der Nummer 115 wurde ein Bürgertelefon geschaltet.


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Nach ersten Erkenntnissen fielen im Paulusviertel in Halle gegen 12.00 Uhr mehrere Schüsse. Das Viertel liegt nördlich der Innenstadt. Die Einsatzkräfte seien "mit starken Kräften" im Stadtgebiet unterwegs, twitterte die Polizeiinspektion.

Thomas Oppermann, ehemaliger SPD-Fraktionschef, sprach von "antisemitischem Terror" in Deutschland. "Das ist entsetzlich. Wir brauchen eine härtere Gangart der Sicherheitsbehörden gegen den rechten Terror!"

SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil meldete sich ebenfalls bei Twitter zu dem Anschlag zu Wort. Jüdisches Leben in Deutschland müsse geschützt werden, schrieb er.

Linken-Fraktionschef Dietmar Bartsch schrieb: "Am höchsten jüdischen Feiertag ein Anschlag auf jüdisches Leben in Deutschland - ekelhaft!" Der Antisemitismus zeige seine "hässliche Fratze", twitterte FDP-Politikerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger.

vks/dpa



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