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Aktivisten gegen Braunkohle: Neuer Bauboom im Hambacher Forst?

Foto: THOMAS BANNEYER/ EPA-EFE/ REX/ Shutterstock

Hambacher Forst Polizei verlässt den Wald - Aktivisten klettern und sägen wieder

NRW-Innenminister Reul hat den Abzug der Polizeihundertschaften aus dem Hambacher Forst angekündigt - zumindest vorerst. Derweil bauen Antikohleaktivisten bereits an neuen Baumhäusern.

Einen Tag nach der Antikohlegroßdemonstration mit mehreren Zehntausend Teilnehmern planen Aktivisten im Hambacher Forst offenbar eine erneute Besetzung des Waldstücks. Und es sieht so aus, als ließe das Land Nordrhein-Westfalen sie gewähren.

Innenminister Herbert Reul (CDU) hat für Montagmorgen den Abzug der Polizei aus dem Waldstück angekündigt. Mit der Entscheidung des Gerichts sei "die Rodung des Hambacher Forstes mindestens für die kommenden zwei Jahre vom Tisch", teilte er am Sonntagnachmittag mit.

Das Oberverwaltungsgericht Münster hatte am Freitag einen zweijährigen Rodungsstopp für das Waldgebiet verhängt. Richten sich die Aktivisten nun wieder häuslich in dem Gelände ein, ist die mehrere Millionen Euro teure Räumung, die erst vor wenigen Tagen endete, wieder Makulatur.

"An der Zeit, dass im Wald Ruhe einkehrt"

Reul begründet den Polizeiabzug damit, dass es dort nun wieder ruhig werden solle: "Ich finde, es ist jetzt an der Zeit, dass im Wald Ruhe, Ordnung und Frieden einkehren. Die Polizei wird ihren Teil dazu beitragen und die Hundertschaften bereits morgen früh aus dem Hambacher Forst abziehen."

Er hoffe sehr, dass die Umweltschützer dies nicht dazu nutzten, erneut Baumhäuser und Barrikaden zu errichten. Das wäre widerrechtlich. "Wenn das passiert, wird dieser Wald nie zu Ruhe kommen", sagte Reul.

Doch die Aktivisten ficht das nicht an: Die Gruppe "Ende Gelände" hatte bereits am Samstag zum Bau neuer Baumhäuser aufgerufen. Wenig später wurden neue Barrikaden aus Ästen errichtet, an Bäumen hingen Seile und Hängematten.

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Wie die Nachrichtenagentur dpa berichtet, hätten von Samstag auf Sonntag rund hundert Braunkohlegegner in Zelten im Wald übernachtet und seien jetzt mit Bauen und Sägen beschäftigt. Ein Polizeisprecher sagte, es seien erneut Strukturen in Form von kleinen Siedlungen entstanden. Nach Einschätzung der Polizei sind die neu errichteten Behausungen aber bislang nicht vergleichbar mit den Baumhäusern, die von der Polizei zuvor geräumt worden waren.

Aktivisten tragen im Hambacher Forst einen Baumstamm

Aktivisten tragen im Hambacher Forst einen Baumstamm

Foto: Ina Fassbender/ dpa

Bis Dienstag hatte die Polizei mehr als 80 Baumhäuser abgebaut. RWE wollte einen Großteil des verbliebenen Waldes abholzen, um Braunkohle zu fördern. Das wird gemäß des OVG-Urteils vor 2020 nicht passieren. Reul sagte am Sonntag noch, er hoffe, dass bürgerliche Umweltschützer hier mäßigend auf diejenigen einwirkten, die gewaltbereit seien.

cht/dpa/AFP