Hamburg-Wahl CDU und Grüne halten nichts von neuen Gesichtern

Die Umfragen für die CDU in Hamburg sind katastrophal. Trotzdem setzt die Partei bei den Neuwahlen im Februar auf Bürgermeister Christoph Ahlhaus als Spitzenkandidat. Auch die Grünen folgen beim Personal dem Motto "Zurück in die Zukunft".
Anja Hajduk (Archiv): Die ehemalige Senatorin macht seit langem Politik

Anja Hajduk (Archiv): Die ehemalige Senatorin macht seit langem Politik

Foto: Marcus Brandt/ picture-alliance/ dpa

Hamburg - Das Super-Wahljahr 2011 startet am 20. Februar mit der Bürgerschaftswahl in Hamburg. Am Samstag haben CDU und Grüne, die ehemaligen Koalitionsparteien in der Hansestadt, ihre Spitzenkandidaten nominiert.

Die CDU zieht mit Bürgermeister Christoph Ahlhaus an der Spitze in den Wahlkampf. Die rund 200 Delegierten eines Parteitages wählten ihn mit 173 von 185 Stimmen auf Platz eins der Kandidatenliste. Ahlhaus rief seine Partei zu Selbstbewusstsein im Wahlkampf auf. "Wir können die Wahl gewinnen, weil wir die besseren Argumente haben."

Mehr als neun Jahre CDU-Regierungszeit hätten der Stadt gut getan. Die Hamburger Bürgerschaft hatte einstimmig vorgezogene Wahlen beschlossen, nachdem die Grünen, die in Hamburg GAL heißen, die bundesweit erste schwarz-grüne Koalition im Herbst verlassen hatten.

Der SPD-Spitzenkandidat Olaf Scholz habe nicht die Seriosität, die er vorgebe, sagte Ahlhaus. "Er verspricht allen alles." Scholz habe aber keine Vorstellung, wie er seine vielen Versprechen finanzieren könne. In ein rot-grünes Hamburg wollten die Menschen nicht zurück. Aktuellen Umfragen zufolge muss die CDU mit erheblichen Einbußen bei der Wahl im Februar rechnen. SPD und GAL könnten zulegen und gemeinsam eine Koalition bilden.

Grünen-Spitzenkandidatin Hajduk erhält rund 86 Prozent

Der parteilose Primarschulgegner Walter Scheuerl kandidiert auf Platz fünf der CDU-Liste. Scheuerl hatte mit seiner Initiative "Wir wollen lernen" im vergangenen Sommer die Schulpolitik der schwarz-grünen Koalition mit einem Volksentscheid zu Fall gebracht.

Inzwischen hat sich die Hamburger CDU von der Idee der Primarschule, in der alle Kinder sechs Jahre gemeinsam lernen, wieder verabschiedet. Sie war ein Zugeständnis an die Grünen in der gemeinsamen Koalition. Ahlhaus-Vorgänger Ole von Beust hatte am Tag des verlorenen Volksentscheids über die Schulpolitik im Sommer seinen Rückzug aus der Politik angekündigt.

Die Grünen ziehen mit der ehemaligen Umweltsenatorin Anja Hajduk als Spitzenkandidatin in den Wahlkampf für die neue Bürgerschaft. Auf einem Parteitag der GAL wurde Hajduk mit 85,9 Prozent der abgegebenen Stimmen auf Platz eins der Landesliste gewählt. Von 304 abgegebenen Stimmen entfielen demnach 261 auf die frühere Senatorin für Stadtentwicklung und Umwelt.

böl/AFP/dpa