FDP-Erfolg in Hamburg Out, out, out - plötzlich wieder in

Dreimal in Folge flog die FDP aus Landesparlamenten - in Hamburg feiert sie ein überraschend gutes Ergebnis. Für FDP-Chef Christian Lindner enden die düsteren Monate. Nun will er sich selbst disziplinieren.

FDP-Spitzenkandidatin Suding: Halfen "Beingate" und Wutrede?
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FDP-Spitzenkandidatin Suding: Halfen "Beingate" und Wutrede?

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Berlin - Zum ersten Mal darf Christian Lindner nach einer Wahl mit einem Siegerlächeln vor die Hauptstadtpresse treten. Zuletzt musste der FDP-Bundesvorsitzende eine schlechte Nachricht nach der anderen kommentieren: Ein schlappes Ergebnis bei der Europawahl, den Rauswurf aus drei ostdeutschen Landesparlamenten. Am Montag, nach den Gremiensitzungen, wird in Berlin alles anders sein.

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Der 36-Jährige darf sich endlich einmal freuen. Eine "Eisbrecher"- Funktion hatte Lindner sich von der Wahl in Hamburg erhofft - und seine Parteifreunde an der Elbe haben ihm ein schönes Ergebnis von etwas mehr als sieben Prozent beschert.

Noch im Januar, beim traditionellen Dreikönigstreffen der FDP in Stuttgart, lagen die Hamburger Liberalen nur bei lausigen zwei Prozent. Lindner erinnerte damals daran, dass die Umfragewerte 2012 in Nordrhein-Westfalen für ihn als Spitzenkandidaten ähnlich schlecht waren, er am Ende aber 8,6 Prozent holen konnte.

Für die FDP, der Lindner zumindest optisch im Januar einen sanften Relaunch verordnete, bedeutet Hamburg zunächst einmal eines - tief durchatmen. "Die Freude und die Erleichterung sind groß, aber wir bleiben auf dem Teppich", sagt Lindner. Man sei noch nicht am Ziel, aber "auf dem richtigen Weg." Dass Erfolg "sexy" macht, das konnte Lindner in der Wahlnacht studieren: Es war in der Parteizentrale in Berlin fast wieder so voll wie zu besten Zeiten. Zuletzt hatten vor allem Ex-Entwicklungshilfeminister Dirk Niebel - der auch diesmal wieder erschien - und eine überschaubare Zahl von Getreuen den liberalen Trübsinn vorzugsweise am Tresen im Restaurantbereich der Zentrale ertragen. Nun herrschte im Thomas-Dehler-Haus gelöste Stimmung.

Die FDP profitiert von der Schwäche der CDU

Lindner wird den Erfolg von Hamburg nicht überschätzen. Realist bleiben, wie er selbst es oft genug gesagt hat. Auch am Ende der Amtszeit des damaligen Parteichefs Guido Westerwelle hatten die Wahlen 2011 an der Elbe in schwieriger Lage für einen kurzen Moment der Freude gesorgt - und danach ging es bei der FDP umso schneller bergab.

Der FDP-Politiker Alexander Graf Lambsdorff, Vizepräsident des Europaparlaments, sah im Hamburger Erfolg am Wahlabend mehrere Faktoren: das Aufbruchssignal vom Dreikönigstreffen, die Arbeit von Katja Suding, die Schwäche der örtlichen CDU, eine Regierungsperspektive für eine sozial-liberale Koalition - und schließlich Lindners jüngste Wutrede im NRW-Landesparlament. Die habe in den sozialen Netzwerken starke Verbreitung gefunden, freute sich der Liberale in Berlin.

Der Umstand, dass auch Sudings von der ARD abgefilmte Beine und die anschließende Entschuldigung der "Tagesschau" ("Beingate") im Wahlkampf eine Rolle spielten, brachte zudem Aufmerksamkeit. Doch für die Partei und auch für Suding selbst war das nicht ohne Risiko: Erinnerungen wurden wach an die Westerwelle-FDP, in der Knall- und Showeffekte oftmals vor Inhalten standen. Lindner trat noch am Wahlabend allen Vorhaltungen, mit "Beingate"-Affäre sei die Spaßpartei alter Couleur zurückgekehrt, entschieden entgegen.

Mit Hamburg kann die FDP Selbstbewusstsein tanken, hat sich die Perspektive für eine Rückkehr 2017 in den Bundestag aufgehellt. Vielleicht gibt es jetzt sogar Gespräche mit dem Hamburger Wahlsieger der SPD, Olaf Scholz. So etwas hat es auch schon lange nicht mehr gegeben.

Hamburg hat die angeknackste FDP wieder aufgerichtet. Das ist fürs erste gut für die Moral in den eigenen Reihen. In zwei Monaten kann es schon wieder anders sein, wenn in Bremen gewählt wird, in einem für die FDP traditionell schwierigen Bundesland.

"Wir werden jetzt nicht den Fehler machen und in Siegestaumel verfallen", lässt der bayerische FDP-Landeschef Albert Duin aus dem tiefen Süden mitteilen. Hamburg sei der Auftakt zum Comeback der FDP gewesen, "aber vor uns liegt noch ein langer und steiniger Weg".

insgesamt 65 Beiträge
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Seite 1
millerntor 15.02.2015
1. Die machen
einen Aufruhr wegen 0,5 Prozent mehr ! Kopfschüttel. Die nehmen sich doch viel zu wichtig ! FDP braucht niemand !
Nabob 15.02.2015
2. Schlechter Wein in neuen Schläuchen
Es wird weder vorwärts, noch rückwärts gehen - die koalierenden Protagonisten werden eingesetzt mit "Kaufmanns" Gnaden und sich der Illusion hingeben, sie hätten etwas für die Stadt oder gar den Bürger getan. Hamburg wird asozial geführt und man sollte ganz still sein und ohne großes Tamtam Mietwohnungen in der Stadt mit vernünftigen Mietpreisen anbieten. Die Oper auf dem ehemaligen Kühlhaus wird vermutlich mehr Nutzen für das Land Hamburg bringen, wenn sie zum Asylantenheim umfunktioniert wird.
geisterfahrerii 15.02.2015
3. Noch lange
Das ist noch lange kein Durchbruch für die FDP. Das hat einzig und alleine mit der Person von Frau Suding zu tun. Bis diese Gemeinheiten, die die alte FDP uns angetan hat, verziehen sind, wird noch einige Zeit vergehen müssen.
TomTheViking 15.02.2015
4. no comment
Ein geiles Schnepfenbein macht noch keinen Frühling. Aber immerhin die Behauptung Sex sells wird ein um das andere mal bewiesen. Nur SEX entzieht dem Hirn sämtliche Rationalität. Da lob ich mir doch Opa Henkel ;-)
liedmann 15.02.2015
5. Wieder in, in , in ?
Der Spiegel hat eine heimlich Affinität zur Spitzenkandiadtin der FDP. Kann ich verstehen, ist mir auch sympathisch, aber war da noch was? Ja, der Vorsitzender Christian Lindner, der von Inhalten der FDP sprach, Inhalten? Das typische Geplapper, inhaltslos, gesichtslos und verantwortungslos.
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