Nach der Wahl in Hamburg SPD weist Spekulation um Scholz-Kandidatur zurück

Lob von Parteichef Gabriel, Zuversicht für weitere Landtagswahlen von Generalsekretärin Fahimi: Die SPD feiert den Sieg von Olaf Scholz in Hamburg. Doch zu weit will die Partei noch nicht in die Zukunft schauen.


Hamburg - Die SPD ist nach der Bürgerschaftswahl in Hamburg in Feierlaune: Dass die Partei von Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz mit 45,7 Prozent der Stimmen einen klaren Regierungsauftrag erhalten hat, sehen die Sozialdemokraten auch als Ermutigung im Bund. Es habe sich gezeigt, dass sich verlässliche Regierungsarbeit auszahle, sagte Parteichef Sigmar Gabriel. Und diese stehe "für die SPD an erster Stelle". Vor allem im Süden und Osten Deutschlands müsse die SPD jedoch stärker werden.

In Hamburg habe sich gezeigt, dass "wirtschaftliche und soziale Kompetenz zusammengehören", sagte Gabriel. So habe Scholz den wirtschaftlichen Erfolg genutzt, um Kitas gebührenfrei zu machen. Weder habe Wirtschaftskompetenz mit Unterwerfung unter Interessen der Wirtschaft zu tun, noch soziales Engagement damit, dass Sozialdemokraten die Wirtschaft egal sei.

Olaf Scholz selbst befand sich noch im Freudentaumel: "Das war ein sehr schöner Tag." Zu den Gesprächen mit den Grünen über eine Koalition sagte er: "Ich bin auch ganz optimistisch, dass dies zu einem Verhandlungsergebnis führen wird." Er mahnte jedoch, es sei auch "eine inhaltliche Botschaft damit verbunden, dass die SPD die absolute Mehrheit nur knapp verfehlt habe.

Generalsekretärin Yasmin Fahimi wies Fragen zurück, ob Scholz entgegen seiner Ankündigung nicht doch Gespräche mit der FDP über eine Koalition aufnehmen könnte, um damit die Option einer Koalition aus SPD, Grünen und FDP im Bund nach der Bundestagswahl 2017 zu öffnen. "Nein, eine Ampelkoalition im Bund ist völlig absurd", sagte Fahimi. "Ich sehe die FDP auch bei weitem nicht im Bundestag."

Das Hamburger Ergebnis habe der SPD vielmehr "Mut und Kraft gegeben für die nächsten Landtagswahlen", sagte Fahimi. Sie wies zugleich Überlegungen zurück, Scholz könnte nun auch Kanzlerkandidat der SPD für die Bundestagswahlen 2017 werden. "Wir schreiben das Jahr 2015", sagte Fahimi. Alle Spekulationen über Kanzlerkandidaturen seien derzeit fehl am Platz.

vek/AFP/Reuters

insgesamt 4 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
magier 16.02.2015
1. Typisch
für unsere Medienlandschaft, dass jetzt wieder künstlich eine Diskussion über eine mögliche Kanzlerkandidatur von Herrn Scholz losgetreten und mindestens eine Woche gefüttert wird. Als gäbe es nichts wichtigeres für die SPD als diese Frage, die zur Zeit überhaupt nicht ansteht! Danach wird bei jeder Gelegenheit, die passt oder auch nicht, diese Spekulation wieder aus der Mottenkiste geholt, um z.B. Gabriel damit zu beschäftigen. Klamauk, der von den unseren wahren Problemen so schön ablenkt.
mirage122 16.02.2015
2. Was soll das?
Olaf Scholz hat eine eindeutige Aussage zu diesem Thema gemacht. Und er hat in den letzten 4 Jahren bewiesen, dass er seine Wahlversprechen hält. Genau deswegen haben ihm die Hamburger erneut vertraut. Er will nicht nur die Olympiade eröffnen, sondern hat auch schon bei derartigen Fragen in der Vergangenheit geantwortet, dass er jeden, der hier Zweifel hat, gern mal in sein Arbeitszimmer einlädt. Allein der Blick aus seinem Fenster gibt die einzig richtige Antwort.
donadoni 16.02.2015
3. Steinbrück will 2017 noch mal ran...
...und Vieles besser machen als 2013. Die SPD steht bei ihm im Wort, dass er nochmal darf. Es ist unverständlich, warum jetzt plötzlich von Scholz die Rede ist.
guilty 16.02.2015
4. frei nach plutarch
lieber in hamburg die nummer eins , als unter angie die nummer 2.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2015
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.