Partei-Hochburgen Grünes Zentrum, roter Rand

Hamburg hat gewählt - die SPD war in 91 von 104 Stadtteilen stärkste Kraft. Wo waren die anderen Parteien stark - und wo besonders schwach? Die Übersicht in Grafiken.

Trotz deutlicher Verluste von knapp sieben Prozentpunkten bei der Bürgerschaftswahl trägt die politische Landkarte in Hamburg weiter vor allem eine Farbe: Rot. Die SPD wurde in 91 der 104 Stadtteile stärkste Kraft.

Bei der Wahl 2015 war die Vormachtstellung der Sozialdemokraten allerdings noch stärker ausgeprägt. Im Stadtzentrum und westlich davon musste sich die Partei diesmal in rund einem Dutzend Stadtteilen den Grünen oder auch der Linken geschlagen geben. Das geht aus dem Ergebnis der Schnellauszählung hervor, das das Landeswahlamt in der Nacht veröffentlicht hat.

Die SPD

Die SPD findet ihre größte Unterstützung in wirtschaftlich schwächeren Stadtteilen: südlich der Elbe, in manch östlichem Stadtteil und im Nordwesten. Hier sind die Einkommen niedriger und der Anteil der Sozialleistungsempfänger höher als im Durchschnitt. In Billstedt und drei weiteren Stadtteilen holte die SPD die absolute Mehrheit. Am schwächsten schnitt sie im Stadtteil Kleiner Grasbrook ab, wo die Linke ihre Hochburg hat.

Die Grünen

Die Grünen holen in den dicht besiedelten, zentralen und westlichen Stadtteilen ihre besten Ergebnisse. In der Sternschanze erzielten sie mit 41 Prozent ihren Spitzenwert. In den weniger urban geprägten Teilen Hamburgs sind die Stimmenanteile der Partei deutlich geringer. Im Stadtteil Neuland kam sie mit gut elf Prozent auf ihren niedrigsten Wert.

Die CDU

Bei den Christdemokraten verhält es sich umgekehrt: Im Stadtkern spielen sie kaum eine Rolle, auf der Veddel und in sieben weiteren Stadtteilen kommen sie auf weniger als fünf Prozent. Im ländlich geprägten Südosten sowie in wirtschaftlich starken Stadtteilen im Westen und Norden schneidet die CDU hingegen überdurchschnittlich gut ab. Auf ihr bestes Ergebnis kam sie mit gut 24 Prozent in sechs Stadtteilen, die aus statistischen Gründen zusammen ausgewiesen werden, darunter Billwerder.

Die Linke

Die Wahlergebniskarten von CDU und Linke verhalten sich nahezu komplementär zueinander: Wo die einen stark sind, schwächeln die anderen, und umgekehrt. Die Linke punktet vor allem in den wirtschaftlich schwächeren Stadtteilen. Ihr bestes Ergebnis erzielt sie traditionell im Stadtteil Kleiner Grasbrook, wo sie diesmal bei 40 Prozent lag. Am schlechtesten schnitt die Linke im gut situierten Nienstedten mit drei Prozent ab. Die Partei liegt in insgesamt zwölf Stadtteilen unter fünf Prozent.

Die AfD

Wieder einmal erweist sich die AfD als Konterpart der Grünen. Vor allem in den urbanen Stadtteilen war sie quasi chancenlos, in der Grünen-Hochburg Sternschanze kamen sie mit einem Prozent auf ihren schlechtesten Wert. Andersherum kam die AfD in Neuland mit knapp zwölf Prozent auf ihr bestes Ergebnis - dort, wo die Grünen am schlechtesten abschnitten. In 43 Stadtteilen liegt die AfD unter fünf Prozent.

Die FDP

Die Liberalen bekommen ihre besten Ergebnisse in den einkommensstarken Stadtteilen in Hamburgs Westen und Norden. In Nienstedten holen sie mit knapp 15 Prozent diesmal ihren Spitzenwert - verlieren damit dort aber auch überdurchschnittlich stark. Im Süden und im Stadtkern ist die FDP mit ein paar Ausnahmen - etwa der HafenCity - schwächer. Auf der Veddel kommt sie mit knapp zwei Prozent auf ihr schlechtestes Ergebnis. Auch in 66 weiteren Stadtteilen liegt sie unter fünf Prozent.

Die Kleineren

Die Satirepartei Die Partei holte stadtweit 1,4 Prozent, südlich der Norderelbe lag sie sogar bei mehr als fünf Prozent. Die proeuropäische Partei Volt kam auf 1,3 Prozent, sie holte im Stadtkern etwas bessere Ergebnisse als anderswo.

Die Tierschutzpartei (0,7 Prozent) war in östlichen und nordwestlichen Stadtteilen am stärksten. Die ÖDP (0,7 Prozent) kommt im ländlich geprägten Südosten auf ihre besten Werte. Auch die Freien Wähler (0,6 Prozent) sind im Südosten am stärksten. Und die Partei Tierschutz hier (0,5 Prozent) schneidet im Osten und südlich der Elbe besser ab als im Stadtkern.

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