SPIEGEL-Umfrage SPD und CDU verlieren stark in Hamburg, Grüne legen deutlich zu

Zwei Monate vor der Hamburger Bürgerschaftswahl sind die Grünen laut einer Umfrage die Gewinner des bisherigen Regierungsbündnisses. Die SPD sackt ab, kann sich aber vorn halten. Die CDU ist dramatisch schwach.
Wer zieht 2020 ins Hamburger Rathaus ein?

Wer zieht 2020 ins Hamburger Rathaus ein?

Foto: Daniel Bockwoldt/ DPA

Es ist die einzige Wahl auf Landesebene im nächsten Jahr: Am 23. Februar wählt Hamburg eine neue Bürgerschaft. Derzeit regiert in der Hansestadt eine rot-grüne Koalition unter dem Ersten Bürgermeister Peter Tschentscher, er hatte das Amt im März 2018 nach dessen Wechsel in die Bundespolitik von Olaf Scholz übernommen.

Laut einer aktuellen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey könnte das Bündnis von SPD und Grünen auch nach der Wahl Bestand haben - wobei noch nicht ausgemacht ist, wer dann die Führungsrolle hätte.

Die Befragung, die das Institut im Auftrag des SPIEGEL erhoben hat, sieht die SPD mit knapp 30 Prozent vorn. Dahinter folgen die Grünen mit 24 Prozent. Die Fehlertoleranz liegt in Hamburg mit 3,3 Prozentpunkten allerdings höher als bei bundesweiten Umfragen. Die Sozialdemokraten spüren also bereits den Atem des Koalitionspartners.

So oder so sind die Grünen der klare Gewinner: Im Verhältnis zu der Bürgerschaftswahl vor fünf Jahren könnten sie ihr Ergebnis nahezu verdoppeln. Die SPD würde dagegen von ihren damals mehr als 45 Prozent abstürzen.

Die Spitzenkandidatin der Grünen, Katharina Fegebank, hat bereits angekündigt, Erste Bürgermeisterin der Hansestadt werden zu wollen. In einem Interview gab sich aber auch Bürgermeister Tschentscher vor Kurzem siegessicher: "Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir wieder stärkste Kraft werden können", sagte er dem NDR . Auf Unterstützung des neuen SPD-Führungsduos Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans will er dabei allerdings verzichten. Es gehe um Hamburg, sagte er. Außerdem hatte er den unterlegenen Ex-Bürgermeister Scholz unterstützt.

Laut Umfrage verliert auch die CDU weiter. Bei der Wahl 2015 erhielt sie 16 Prozent der Wählerstimmen, ein historisches Rekordtief, das sie noch einmal unterbieten könnte. Die konservative Partei liegt damit gleichauf mit der Linken, die im Vergleich mit ihrem Wahlergebnis von 8,5 Prozent im Jahr 2015 deutlich dazugewinnt.

AfD und FDP liegen mit sieben Prozent ebenfalls gleichauf. Allerdings ist der Gleichstand zwischen den Parteien nicht ausgemacht, weil er innerhalb der Fehlertoleranz liegt.

mfh
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