Hamburgs Ex-Bürgermeister Ole von Beust rechnet mit Politikeralltag ab

Immer die gleichen Reden und öde Termine: Der frühere Hamburger Bürgermeister Ole von Beust erzählt freimütig in einem Interview, wie sehr ihn das Politikerleben manchmal gelangweilt habe. Trotzdem schließt er eine Rückkehr in die Politik nicht aus - und fordert ein Verfallsdatum für Amtszeiten.

Ex-Bürgermeister Beust: "Ich hätte nicht Nein gesagt"
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Ex-Bürgermeister Beust: "Ich hätte nicht Nein gesagt"


Hamburg - Knapp ein Jahr nach seinem Rückzug vom Amt des Hamburger Bürgermeisters kann sich der CDU-Politiker Ole von Beust eine Rückkehr in die Politik vorstellen. "Ich sehne mich nicht danach, und ich bitte nicht darum. Aber wenn es eine interessante Aufgabe gäbe, dann würde ich darüber nachdenken", sagte Beust dem "Zeit-Magazin" laut Vorabmeldung vom Dienstag.

Auf die Frage, ob er sich hätte vorstellen können, Bundespräsident zu werden, antwortete Beust: "Ach, wenn man mich gefragt hätte - ich hätte nicht Nein gesagt."

Als Motiv für sein Ausscheiden aus dem Regierungsamt, das auch viele Parteifreunde nicht ganz verstanden hatten, nannte Beust Ermüdungserscheinungen. Viele Dinge hätten sich im Laufe der Zeit wiederholt: "Es gibt viele Termine, die Jahr für Jahr die gleichen sind. Die Leute erwarten zu Recht, dass ein Bürgermeister gerne dorthin geht. Ich dachte aber immer öfter: Warum schon wieder? Ich war doch schon acht Mal da. Ich weiß genau, welche Musik gespielt wird, welche Reden gehalten werden."

Er habe dabei auch gemerkt, "dass ich schlechter wurde". Als Konsequenz aus seinen eigenen Erfahrungen forderte Beust eine Begrenzung der Amtszeiten sowohl für Ministerpräsidenten als auch für Bundeskanzler.

Von Beust war von 2001 bis 2010 Erster Bürgermeister von Hamburg. Nach seinem Rücktritt im vergangenen Sommer hatte die CDU die Wahl in der Hansestadt im Februar verloren. CDU-Chefin Angela Merkel hatte für die Niederlage auch den vorzeitigen Amtsverzicht Beusts verantwortlich gemacht. Nach zehn Jahren in der Opposition hatte die SPD bei den Bürgerschaftswahlen am 20. Februar die absolute Mehrheit errungen.

amz/AFP/dapd



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