Gedenken in Hanau "Wir stehen zusammen und halten zusammen"

In Hanau gedenken zahlreiche Menschen der Opfer des rassistisch motivierten Anschlags. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier sprach von einer "tiefen Wunde" und nahm die Bürger in die Verantwortung.
Frank-Walter Steinmeier und Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier legen Blumenkränze an den Tatorten im hessischen Hanau nieder

Frank-Walter Steinmeier und Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier legen Blumenkränze an den Tatorten im hessischen Hanau nieder

Foto: Maximilian von Lachner/ EPA-EFE/ REX

Nach dem Attentat in Hanau haben mehrere Politiker der Opfer gedacht. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier besuchte die Tatorte des rassistisch motivierten Anschlags gemeinsam mit Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) und seiner Frau Elke Büdenbender. Anschließend hielt Steinmeier bei einer Mahnwache auf dem Marktplatz eine Ansprache: "Wir stehen als Gesellschaft zusammen, wir lassen uns nicht einschüchtern, wir laufen nicht auseinander", sagte er.

Die Tat habe eine "tiefe Wunde in die Stadt geschlagen", sagte der Bundespräsident. Er forderte die Menschen auf, die Verantwortung anzunehmen, "die uns alle trifft" und rief zu Rücksichtnahme und Solidarität auf. "Wir stehen zusammen, wir halten zusammen, und wir wollen zusammen leben. Und wir zeigen es wieder und wieder. Das ist das stärkste Mittel gegen Hass." Man müsse dagegenhalten, wenn "einzelnen oder Minderheiten die Würde genommen wird".

Nichts könne den Angehörigen den Schmerz um verlorene geliebte Menschen nehmen. "Was hier heute Nacht in Hanau geschehen ist, das macht uns fassungslos, das macht uns traurig, und es macht uns zornig", sagte Steinmeier. "Nichts kann diese sinnlose Tat erklären, und nichts wird sie ungeschehen machen können."

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Deutschland trauert um die Opfer von Hanau

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Der Oberbürgermeister der Stadt Hanau Claus Kaminsky (SPD) sagte: "Dieser Tag, diese Stunden werden auf immer zu den schwärzesten Stunden unserer Stadtgeschichte zählen." Und: "Rassismus hat keine Zukunft."

Ministerpräsident Volker Bouffier sagte: "Es ist etwas geschehen, das eigentlich unfassbar ist". Er ergänzte: "Wir lassen uns nicht spalten."

Auch in anderen deutschen Städten fanden zeitgleich Mahnwachen statt. Am Brandenburger Tor in Berlin gedachten Hunderte Menschen, darunter mehrere Politiker nach dem Aufruf der SPD schweigend der Opfer. Sie hielten sich an den Händen und zündeten Kerzen an.

Der Täter Tobias R. hatte in der Nacht zu Donnerstag zehn Menschen und sich selbst erschossen und weitere verletzt. (Lesen Sie hier was bisher über die Tat bekannt ist.)

mfh/bbr/dpa
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