Hanfpflanze auf Balkon Drogen-Ermittlung gegen Grünen-Chef Özdemir

Kalte Dusche für Cem Özdemir: Der Grünen-Chef hatte sich für die "Ice Bucket Challenge" auf seinem Balkon filmen lassen. Weil im Hintergrund eine Hanfpflanze zu sehen war, ermittelt nun die Staatsanwaltschaft.
Hanfpflanze auf Balkon: Drogen-Ermittlung gegen Grünen-Chef Özdemir

Hanfpflanze auf Balkon: Drogen-Ermittlung gegen Grünen-Chef Özdemir

Foto: Ralf Hirschberger/ dpa

Der Sommer 2014, so scheint es rückblickend, muss besonders heiß gewesen sein: Zahlreiche prominente und weniger prominente Menschen kübelten sich Eiswasser über den Kopf. Es war die Zeit der "Ice Bucket Challenge", die auf die Amyotrophe Lateralsklerose (ALS) aufmerksam machen sollte.

Cem Özdemir wollte da nicht abseits stehen. Also ließ sich der Grünen-Chef dabei filmen, wie er sich auf seinem Balkon in Berlin-Kreuzberg einen Eimer Wasser über die gut sitzende Frisur kippte. Spannender aber war, was neben dem Politiker stand: ein recht verdächtiges Gewächs. Von der "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung" auf das YouTube-Video angesprochen, gab Özdemir zu: "Ja, es ist eine Hanfpflanze."

Das hat für den Grünen-Politiker jetzt ein juristisches Nachspiel. Wie die "Bild am Sonntag" berichtet, ermittelt die Berliner Staatsanwaltschaft wegen des Anbaus von Betäubungsmitteln. Özdemirs Immunität als Abgeordneter sei aufgehoben worden. Eine Verurteilung muss er aber wohl nicht befürchten: In Justizkreisen werde mit einer Einstellung des Verfahrens wegen Geringfügigkeit gerechnet, schreibt das Blatt.

"Sanftes politisches Statement"

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Özdemir selbst hatte bereits im Sommer die Hanf-Zurschaustellung gerechtfertigt: Sie sei als "sanftes politisches Statement zu verstehen". Jeder Bürger über 18 solle selbst entscheiden dürfen, ob er Cannabis konsumieren wolle.

Durch die Ermittlungen sieht sich der Politiker nun in seiner Haltung bestätigt: "Dass das simple Platzieren einer Hanfpflanze in einem Internetvideo umfangreiche Ermittlungen nach sich zieht, zeigt, wie widersinnig die deutsche Drogenpolitik ist", sagte Özdemir der "BamS".

Der Konsum von Drogen dürfe zwar nicht verharmlost werden. "Die Kriminalisierung der Konsumenten von Cannabis in Deutschland lässt sich jedoch nur mit einer ideologischen und irrationalen Drogenpolitik erklären, die eine Droge wie beispielsweise Alkohol akzeptiert, eine andere wie Cannabis jedoch mit allen gesellschaftlichen Folgen verteufelt." Menschen mit problematischem Drogenkonsum bräuchten Hilfe, mit Kriminalisierung sei ihnen nicht geholfen.

mbe