OB-Wahl Grüne und CDU siegen in SPD-Hochburg Hannover

In der ehemaligen SPD-Bastion Hannover ziehen der Grüne Belit Onay und CDU-Kandidat Eckard Scholz in die Stichwahl um das Oberbürgermeisteramt ein. Der sozialdemokratische Bewerber verpasste die zweite Runde deutlich.
Stimmauszählung in Hannover

Stimmauszählung in Hannover

Foto: Sina Schuldt/ DPA

Die SPD stellt erstmals seit mehr als 70 Jahren nicht mehr den Oberbürgermeister von Hannover. Das steht bereits nach dem ersten Wahlgang in der einstigen SPD-Hochburg fest, der am Sonntag um 18 Uhr endete.

Vielmehr setzten sich die Bewerber von CDU und Grünen für die Stichwahl in zwei Wochen durch, wie nach der Auszählung beinahe aller Stimmbezirke feststand.

Demnach kam nach Wertung von 468 aus 469 Bezirken der SPD-Kandidat Marc Hansmann nur auf 23,5 Prozent. Eckhard Scholz (CDU) errang 32,2 Prozent und lag mit dem Grünenkandidaten Belit Onay (32,3 Prozent) fast gleichauf. Sollte sich Onay bei der Stichwahl am 10. November durchsetzen, wäre er der erste Bürgermeister einer Landeshauptstadt mit türkischer Migrationsgeschichte.

Hannovers bisheriger Oberbürgermeister Stefan Schostok (SPD) hatte sein Amt im April niedergelegt und war in vorzeitigen Ruhestand gegangen. Kurz zuvor war Schostok in einer Affäre um dubiose Gehaltszulagen für Mitarbeiter unter Druck geraten.

Die Staatsanwaltschaft hatte ihn wegen schwerer Untreue angeklagt. In seiner Rücktrittserklärung beteuert Schostok, sich keines Fehlverhaltens bewusst zu sein.

cht/dpa
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