Zu links, zu grün Maaßen fordert Gesinnungstest für »Tagesschau«-Personal

Der CDU-Politiker Hans-Georg Maaßen fordert Gesinnungstests für Journalisten in öffentlich-rechtlichen Medien und warnt vor Verbindungen zur linksextremen Szene. Belege bleibt er jedoch schuldig.
Hans-Georg Maaßen (CDU) fordert Gesinnungstests für Journalisten der »Tagesschau«

Hans-Georg Maaßen (CDU) fordert Gesinnungstests für Journalisten der »Tagesschau«

Foto: Michael Reichel / dpa

In einem Interview hat der ehemalige Präsident des Bundesverfassungsschutzes und CDU-Bundestagskandidat Hans-Georg Maaßen gefordert, die Mitarbeiter der »Tagesschau« einem Gesinnungstest zu unterziehen. Außerdem erklärte Maaßen im Gespräch mit TV Berlin, dass es Verbindungen zwischen Mitarbeitern der »Tagesschau« und der linken und linksextremen Szene gebe.

»Dann wäre das auch eine Untersuchung wert, dass auch die Biografie von einigen Redakteuren auf den Prüfstand gestellt wird«, so Maaßen, der für die CDU im Bundestagswahlkreis 196 in Südthüringen antritt. Es gehe darum, »ob diese Leute auch die charakterliche Eigenschaft haben, die ›Tagesschau‹ durch Redaktion zu begleiten«, so Maaßen. Konkrete Belege für seine Behauptung hatte Maaßen jedoch nicht.

Vertrauen in Medien zuletzt gestiegen

Maaßen warf dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk außerdem einen »klaren Linksdrall« vor und sprach von »Manipulation der veröffentlichten Meinung«, er sehe dort keine ausgewogene Berichterstattung. Diesem Vorwurf musste sich jedoch auch der Sender TV Berlin, dem Maaßen das Interview gab, wiederholt stellen. So kritisierten »Vice« und der Medienjournalist Stefan Niggemeier das unkritische Verhältnis des Senders zur Regierung von Aserbaidschan.

Entgegen der Vorwürfe des CDU-Politikers ist das Vertrauen der Bürger in die Medien laut der Langzeitstudie »Medienvertrauen«  der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz zuletzt jedoch gestiegen. Demnach gaben am Ende des Jahres 2020 56 Prozent der Befragten an, bei wichtigen Dingen wie etwa Umweltproblemen, Gesundheitsgefahren, politischen Skandalen und Krisen könne man den Medien vertrauen. 2015 lag dieser Wert noch bei 28 Prozent. Das Vertrauen in den öffentlich-rechtlichen Rundfunk war dabei mit 70 Prozent am größten, auf Rang zwei folgten Regionalzeitungen, denen rund zwei Drittel der Deutschen vertrauen.

ene