Ex-Verfassungsschutzchef Maaßen wird CDU-Bundestagskandidat

Jetzt ist es offiziell: Hans-Georg Maaßen soll für die Thüringer CDU ein Bundestagsmandat gewinnen. In Suhl wurde er zum Direktkandidaten für den Südthüringer Wahlkreis 196 gekürt – trotz Warnungen aus der eigenen Partei.
Hans-Georg Maaßen am Freitagabend in Suhl

Hans-Georg Maaßen am Freitagabend in Suhl

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Michael Reichel / dpa

Die Delegierten der CDU-Kreisverbände Suhl, Schmalkalden-Meiningen, Sonneberg und Hildburghausen – Henneberger Land haben ihren Kandidaten für die Bundestagswahl gewählt. Der ehemalige Verfassungsschutzpräsident Hans-Georg Maaßen soll für die Thüringer CDU ein Bundestagsmandat gewinnen. Der 58-Jährige, der wegen seiner Haltung unter anderem zur Flüchtlingspolitik der Bundesregierung umstritten ist, wurde am Freitagabend in Suhl zum Direktkandidaten im Südthüringer Wahlkreis 196 gekürt. Maaßen erhielt bei der Abstimmung der Delegierten von vier Kreisverbänden 37 von 43 abgegebenen Stimmen.

Angetreten waren Hardy Herbert und Hans-Georg Maaßen. Der Ex-Verfassungsschutzpräsident galt zuvor als Favorit im Rennen um die Kandidatur.

»Wir müssen verhindern, dass der Wahlkreis in die Hände einer linken Partei oder der rechten AfD fällt«, sagte Maaßen vor den Delegierten der Wahlkreisvertreterversammlung. Zugleich distanzierte er sich von der AfD. Die AfD sei »mit unseren Zielen und Werten nicht vereinbar, insbesondere nach dem Dresdener Parteitag«. Der Wahlkreis umfasst die Stadt Suhl und die Landkreise Schmalkalden-Meiningen, Hildburghausen und Sonneberg.

Umfrageabsturz der CDU sei »katastrophale Entwicklung«

Durch seine Kandidatur für den Bundestag will Maaßen Wähler von der AfD zur CDU zurückholen. Den Absturz der CDU in den Umfragen nehme er als »katastrophale Entwicklung« wahr, sagte Maaßen dem Nachrichtenportal »ThePioneer«. Mit seiner Bewerbung für die Aufstellung als CDU-Bundestagskandidat in Südthüringen wolle er »dazu beitragen, dass die CDU wieder Stimmen von Protestwählern der AfD und Nichtwähler zurückgewinnt«.

Maaßen sagte, er sei von vielen CDU-Mitgliedern und auch von Bundestagsabgeordneten der Union aufgefordert worden, sich politisch zu engagieren, »weil sie mit dem Linkskurs der Union nicht einverstanden sind«. Ihre Erwartung sei, »dass ich im Bundestag die klassischen konservativen und wirtschaftsliberalen Positionen der CDU kraftvoll unterstütze«, sagte Maaßen.

Thüringens früherer Ministerpräsident und CDU-Landesvorsitzender Bernhard Vogel hatte seine Partei indes davor gewarnt, Maaßen für die Bundestagswahl zu nominieren. Er sei über die Pläne »nicht glücklich«, sagte Vogel dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Maaßen stehe »nicht in der Mitte« der CDU und passe nicht zum Erscheinungsbild der Partei. »Herr Maaßen hat mit seinen Äußerungen in der Vergangenheit zu Kritik Anlass gegeben«, fügte der CDU-Politiker hinzu.

mfh/ngo/AFP