Maaßen-Debatte in der CDU Konservative WerteUnion meldet Hunderte neue Mitglieder

Mit ihren Aussagen über Hans-Georg Maaßen hat CDU-Chefin Kramp-Karrenbauer der WerteUnion offenbar kräftigen Zulauf beschert. Entsprechende Zahlen nannte die Vereinigung dem SPIEGEL: "Wir kommen nicht mehr hinterher."

Hans-Georg Maaßen: Mehr Mitglieder für die WerteUnion nach der Debatte um seinen Parteiauschluss
Fabrizio Bensch / REUTERS

Hans-Georg Maaßen: Mehr Mitglieder für die WerteUnion nach der Debatte um seinen Parteiauschluss


Die konservative WerteUnion meldet nach der Debatte um einen Parteiausschluss des früheren Verfassungsschutzpräsidenten Hans-Georg Maaßen einen neuen Mitgliederrekord. Die Mitgliederzahl sei in den vergangenen Tagen um mehrere Hundert gestiegen und liege mittlerweile bei fast 3000, sagte der Vorsitzende der Vereinigung, der CDU-Politiker Alexander Mitsch, dem SPIEGEL.

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"Wir kommen gar nicht mehr hinterher, alle Mitgliedsanträge zu bearbeiten. Demnächst müssen wir wohl eine Aufwandsentschädigung für die Sachbearbeitung einplanen", so Mitsch. "Ehrenamtlich ist das nicht mehr zu bewältigen". Die WerteUnion ist eine Vereinigung konservativer CDU-Mitglieder, keine offizielle Gliederung der Partei.

CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer hatte am Wochenende einen Parteiausschluss Maaßens, der auch Mitglied der WerteUnion ist, nicht ausgeschlossen. Vor allem aus der ostdeutschen CDU hatte es heftigen Protest gegeben. Maaßen war im sächsischen Landtagswahlkampf für die Partei aufgetreten. Kramp-Karrenbauer musste klarstellen, dass sie keinen Parteiausschluss Maaßens gefordert habe.

Die Sprecherin des Berliner Kreises, eines weiteren konservativen Zusammenschlusses von Unionsabgeordneten aus Bund und Ländern, forderte eine Urwahl des künftigen Kanzlerkandidaten der Union. "Einen Automatismus zwischen Parteivorsitz und Kanzlerkandidatur gibt es nicht", sagte Pantel dem SPIEGEL. "Wenn es soweit ist, sollten wir die Mitglieder entscheiden lassen, wer für die Union als Spitzenkandidat antritt. Das wäre demokratisch und fortschrittlich."

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insgesamt 133 Beiträge
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Wertheo 23.08.2019
1. Verständlich, aber ein Irrtum
Schon verständlich, dass erzkonservative CDU-Mitglieder Heimat suchen. Nur: Sie sollten es leise tun. Und die Grenzen zum Rechtsextremismus glasklar wahren (Maaßen tut das *nicht* eindeutig, er wählt AfD-Sprech, vermutlich bewusst, siehe die peinliche nzz-Affäre auf Twitter). Denn das Problem der CDU ist nicht die AfD. Sondern das sind die Grünen. Als eher konservativer Baden-Württemberger und Stuttgarter weiß ich, wovon ich rede. Jeder lsute Aufschrei der WerteUnion bringt hier im Ländle Kretschmann Stimmen. Und in unsern Städten haben ultrakonservative CDU-Stimmen längst die Grünen in alle Gremien gespült. Witzig, dass das diesen August vor einem Jahr der Herr SÖDER kapiert hat. Ein begabter MP. Respekt.
yassineng 23.08.2019
2. Maßen hat die BRD geschadet
durch sein Nichts tun als Verfassungsschutzer, ist der Rechtruck so gewaltig und so unkontrolliert. Schade, dass viele erst später begriffen.
zeisig 23.08.2019
3. Na also.
Hoffentlich werden diese bürgerlich-rechts-konservativen Stimmen in der CDU auch gehört.
stg01 23.08.2019
4. Werteunion = AfD light
Es ist bezeichnend, wie diese Mini-AfD innerhalb der cDU (schreibe das C in dem Zusammenhang jetzt immer klein, da die besagte Partei alle ihre christlichen Werte schon lange verraten und verkauft hat!) mit dem Mitglied Herrn Maaßen umgeht. Anstatt klare Kante gegen AfD-Sympathisanten in den eigenen Reihen zu zeigen, freut man sich lieber darüber. Sehr arm, cDU!
Sensør 23.08.2019
5. Man könnte auch sagen: Maaßen-Debatte gegen die CDU
Mit der sogenannte "Werte-Union" gewinnt de CDU wohl kaum den Wählernachwuchs für sich. Eine Partei mit rechtsradikalem Flügel sollte in der deutschen Politiklandschaft eigentlich reichen.
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