Wehrbeauftrager Hans-Peter Bartels ist neuer Wächter der Streitkräfte

Er kümmert sich um die Sorgen und Wünsche der Soldaten: Hans-Peter Bartels ist neuer Wehrbeauftragter des Bundestags - und fordert zum Start gleich einmal mehr Geld für die Truppe.

Wehrbeauftragter Bartels (l.), Bundestagspräsident Lammert: Feierliche Zeremonie
DPA

Wehrbeauftragter Bartels (l.), Bundestagspräsident Lammert: Feierliche Zeremonie


Die SPD hatte ihn im Dezember 2014 nominiert, nun tritt Hans-Peter Bartels sein Amt als Wehrbeauftragter des Bundestags an. Am Donnerstag wurde er von Bundestagspräsident Norbert Lammert vereidigt. Der bisherige Vorsitzende des Verteidigungsausschusses löst den FDP-Politiker Hellmut Königshaus ab, der am Dienstag nach fünf Jahren im Amt verabschiedet wurde.

Der Wehrbeauftragte gilt als "Anwalt der Soldaten" und kümmert sich um die Sorgen und Belange der Bundeswehr. Mindestens einmal im Jahr legt er dem Bundestag einen umfassenden Bericht vor. Die darin thematisierten Missstände sorgen immer wieder für lebhafte Debatten.

Als erste Amtshandlung forderte Bartels mehr Geld für die Truppe, um alle 181.000 Soldaten angemessen ausstatten zu können. "Die Soldatinnen und Soldaten brauchen nicht 70 Prozent ihrer Sollausstattung, sondern 100 Prozent", mahnte der SPD-Politiker. Die Alternative wäre eine Verkleinerung der Bundeswehr. "Das allerdings würde nicht nur unsere Bündnispartner in Europa verstören. Es wäre absurd."

Von 1988 bis 1998 war Bartels in der schleswig-holsteinischen Staatskanzlei tätig, seit 1998 ist er Mitglied des Bundestags. Hier gehört er seit 14 Jahren dem Verteidigungsausschuss an. Der gebürtige Düsseldorfer ist mit der ehemaligen Kieler Oberbürgermeisterin Susanne Gaschke verheiratet. Im Zuge der SPD-internen Auseinandersetzung um Gaschke wegen eines Steuerdeals war auch Bartels in die Schlagzeilen geraten.

jok/dpa



insgesamt 6 Beiträge
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Gaussen 21.05.2015
1. Der Mann war nie Soldat - der kennt nichts von der Armee.
"Mit den Streitkräften kennt er sich dank seines alten Jobs schon bestens aus." Die politische Führung der Bundeswehr wird immer mehr zu Karikatur.
Grafsteiner 21.05.2015
2. Foto
Einer von den beiden trägt einen "Fifi". Ich stelle mir die beiden mal bei einem Sturmangriff mit dem G36 vor. Gröhl.
rathat 21.05.2015
3. Endlich keine FDP mehr.
Damit ist fast ZWEI Jahre nach der letzten Bundestagwahl der letzte FDPler aus dem Deutschen Bundestag verschwunden. Was mich auf der einen Seite sehr erfreut, ärgert mich dahingegen, dass es doch noch diese lange Zeit dauern musste.
stanislaus01 21.05.2015
4. Was qualifiziert den eigentlich für den Job?
Hat der mal einen Falscheid geschworen und nun ist die Partei ihm verpflichtet? Fähigkeiten und Fertigkeiten können es ja nicht sein, wenn es um Spitzenpositionen in Deutschland geht, sondern nur die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Gruppe. Wie im Feudalismus, wo z.B. ein 4-Jähriger zum Kardinal ernannt wurde. Oder ein Volltrottel zum Zar. Oder ein Mörder zum englischen König.
tailspin 21.05.2015
5. Wieder ein Sparpotential ausgemacht
Wenn sich alle auch nur halbwegs vernuenftig und zivilisiert verhalten wuerden inklusive der Kriegstreiber, Waffendealer und Konfliktpuscher auf unserer Seite, braeuchte man weder die Truppe noch den Beauftragten.
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