E-Mail-Ausfall im Bundestag "Bitte schicken Sie uns ein Fax"

Ein Hardware-Fehler hat den E-Mail-Verkehr des Deutschen Bundestags weitgehend lahmgelegt. Damit müssen sich die Abgeordneten auf althergebrachte Kommunikationsmittel besinnen: Faxen, Morsen, Botengänge. Die meisten Politiker nahmen die Panne mit Humor.
Surfender Bundestagsabgeordneter: "Keine Mails"

Surfender Bundestagsabgeordneter: "Keine Mails"

Foto: Heiko Lossie/ dpa

Ebbe statt E-Mail-Flut: Knapp drei Monate, nachdem Babette mit einem falschen Klick eine Spamflut auf den E-Mail-Accounts des Bundestages hervorgerufen hat, befinden sich einige Abgeordnete nun im schwarzen Loch: Ein Großteil von ihnen ist vom E-Mail-Verkehr abgeschnitten. Ursache: ein Hardware-Fehler. "Heute feiert aus technischen Gründen im Bundestag herkömmliche Datenübermittlung Wiederauferstehung: Fax, Morsen, Botengang - aber keine Mails!", twittert ein sichtlich vergnügter Patrick Kurth (FDP).

Seit 11.30 Uhr fließt die Kommunikation via E-Mail im Bundestag nur noch zögerlich, ein Großteil der Abgeordneten ist vom E-Mail-System angeschnitten. "Leider funktioniert auch das für solche Fälle vorgesehene Notsystem nicht", sagte ein Bundestagssprecher SPIEGEL ONLINE.

Twittern als Zeitvertreib

Die Not macht erfinderisch: Während die einen Abgeordneten zum Ausgleich twittern, baten die anderen um Anfragen per SMS. Und das Büro des Grünen-Abgeordneten Hans-Christian Ströbele besann sich auf ein Gerät, das in vielen Büros nur noch als Staubfänger dient: das Fax.

"Wir reden mit dem Hersteller und arbeiten unter Hochdruck an dem Fehler", erklärte der Bundestagssprecher. Jedoch sei noch offen, bis wann der Fehler behoben ist.

Zur gleichen Zeit twitterte die Linke fröhlich, sie habe einen neuen Antrag verabschiedet. Titel: "Internetfähige Computer gehören zum soziokulturellen Existenzminimum". Gut, dass das einmal gesagt wurde.

tyh
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