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Hausmitteilung Golfstaaten, Pazifik, SPD, »Dein SPIEGEL«

aus DER SPIEGEL 46/2022

Titel

Foto: Heath Holden / DER SPIEGEL

In gut einer Woche beginnt die Fußballweltmeisterschaft in Katar. Als SPIEGEL-Reporterin Susanne Koelbl in den Wüstenstaat reiste, um den einstigen Energieminister Abdullah Al-Attiyah und Vertreter der Herrscherfamilie der Al Thani in ihren Palästen zu treffen, wohnte sie in einem der frisch eröffneten Hotels an der neuen Promenade von Doha. Tag und Nacht ratterten um das Gebäude herum die Presslufthämmer. Die Hauptstadt arbeitet mit Hochdruck daran, sich bei der WM in bestem Licht zu präsentieren. Wer aus Europa auf die Arabische Halbinsel kommt, gelangt in eine Welt, die unberührt von allen Krisen scheint. Die SPIEGEL-Korrespondentinnen und -Reporter, die über Wochen durch Katar, Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate reisten, erlebten eine Region im Aufbruch – selbstbewusst und überzeugt davon, künftig deutlich mehr Einfluss auf das Weltgeschehen zu haben. Die Energiekrise beschert den Golfstaaten einen Billionenboom, Europa ist angewiesen auf saudi-arabisches Öl und Gas aus Katar. »Zugleich umwerben westliche Politiker die autokratischen Herrscher der Region, um Allianzen mit Russland oder China zu verhindern«, so Titel­autor Thomas Schulz, der in der saudi-arabischen Zukunftsregion Neom recherchierte.

Pazifik

Foto: DER SPIEGEL

Westliche Weltkarten zeigen den Pazifik meist zweigeteilt und an den Rändern leicht gestaucht. In chinesischen Atlan­ten hingegen liegt er im Zentrum – was seine Größe zeigt und zugleich seine strategische Bedeutung. SPIEGEL-­Korrespondent Bernhard Zand flog nach Hawaii, auf die Salomoninseln und nach Australien, um den geopolitischen Gezeitenwechsel zu beschreiben, der dort beginnt: China will Amerikas Hegemonie brechen, mit viel Geld, Soldaten und Rücksichtslosigkeit. Peking will Staat um Staat seinen Einfluss erweitern. Auf den Salomonen traf Zand den früheren Holzfäller Peter Suibasia, der das Kräftemessen der beiden Supermächte mit einem Vergleich aus der Tierwelt beschreibt: China sei wie ein Löwe in sein Land gekommen und schrecke dort den Elefanten auf. »Amerika hat erkannt, dass sein mächtigster Rivale am Pazifik sitzt«, sagt Zand. »Europa sollte sich darauf einstellen.«

SPD

Foto: Dominik Butzmann / DER SPIEGEL

Als Saskia Esken vor drei Jahren wie aus dem Nichts SPD-­Vorsitzende wurde, lachte SPIEGEL-Redakteur Veit Medick über die Personalie. Dass die Partei mit einer linken Hinterbänklerin an alte Erfolge anknüpfen könnte, hielt er für ausgeschlossen. Teile der SPD waren von Eskens Sieg geschockt, in Kommentaren war vom Ende der Partei die Rede, kaum jemand traute ihr etwas zu. Doch Esken saß den Spott einfach aus. Die 61-Jährige ist immer noch Vorsitzende, die SPD stellt mittlerweile den Kanzler. In den vergangenen Wochen begleitete Medick die Sozialdemokratin zu Terminen, recherchierte in ihrer schwäbischen Heimat. »Es gibt nicht viele im politischen Betrieb, denen es so egal ist, was andere über sie sagen«, sagt er. »Von Eskens Härte profitiert jetzt auch Olaf Scholz.«

»Dein SPIEGEL«

»Hast du mal daran gedacht, die WM zu boykottieren?« Das ist eine der Fragen, die zwei Kinderreporter von »Dein SPIEGEL« dem Fußballnational­spieler Leon Goretzka kurz vor dem Turnierstart in Katar stellten. Goretzka sprach mit ihnen auch über die Chancen der Nationalelf und die zunehmende Belastung für die Spieler. Warum Katar die Weltmeisterschaft ausrichten darf, obwohl das Land die Menschenrechte verletzt, erklärt ein weiterer Text. Zudem im Heft: sechs Weihnachtsgeschenke zum Selberbasteln. Die neue Ausgabe des Kinder-Nachrichten-Magazins »Dein SPIEGEL« erscheint am Dienstag.

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