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Hausmitteilung Kriegsverbrechen, Kunst, Steinmeier, Dein SPIEGEL, SPIEGEL START

aus DER SPIEGEL 15/2022

Kriegsverbrechen

Foto: Maxim Dondyuk / DER SPIEGEL

SPIEGEL-Korrespondent Christian Esch kennt Russland seit seiner Jugend, vor 14 Jahren zog er nach Moskau. Er verfolgte, wie die russische und ukrainische Lebenswelt seit der Annexion der Krim und dem Krieg im Donbass auseinanderdriften, und leidet selbst daran. »Dies ist ein Krieg zwischen zwei Ländern, die ich liebe. Putin zerstört ja nicht nur die Ukraine, er zerstört auch jenes Russland, das ich ins Herz geschlossen habe«, sagt Esch.

SPIEGEL-Redakteur Thore Schröder hat 2013 ein Elektrofestival auf der Krim besucht, 2012 die Fußball-EM und erinnert sich an ein fröhliches, etwas aus der Zeit gefallenes Land, in dem ältere Frauen geblümte Arbeitskittel trugen und Tee aus Samowaren ausschenkten. Als Schröder und Esch Sonntagmittag nach Butscha auf die Jablunska-Straße kamen, lagen dort elf Leichen. »Die Besatzer scheinen hier vor allem aus Mordlust geschossen zu haben.«

Steinmeier

Hat Deutschland in seiner Russlandpolitik total versagt? Kaum ein anderer steht so sehr für den Kurs, Wladimir Putin Brücken zu bauen, die Energiepartnerschaft mit Russland zu vertiefen, trotz aller Untaten des Regimes noch den Draht nach Moskau zu halten wie Frank-Walter Steinmeier. Der ukrainische Botschafter Andrij Melnyk beschimpfte den Ex-Außenminister, er halte für Putin in Berlin die Stellung. Am Dienstag empfing Steinmeier die SPIEGEL-Redakteurin Melanie Amann und ihren Kollegen Veit Medick in Berlin zum Gespräch über die Gräueltaten in der Ukraine und seine Treffen mit Putin. Beide erlebten einen Politiker, der offen über seine Fehler spricht und mit seinem Erbe ringt. »Steinmeiers Fehler dürften seine Amtszeit überschatten«, sagt Amann.

»Bin seit vier Stunden auf einer heftigen Performance. Tanz, Nacktheit, Heavy Metal. Brutal und poetisch, total platt jetzt«, textete SPIEGEL-Redakteurin Carola Padtberg im vergangenen Oktober einer Freundin aus dem Pariser Palais de Tokyo, in dem sie eine Show der Berliner Künstlerin Anne Imhof verfolgte. Imhof gilt laut »Art Power 100«, dem Ranking zu den bedeutendsten Persönlichkeiten der Kunst, als wichtigste Solokünstlerin der Welt. In ihrer Arbeit spielt Imhofs Lebensgefährtin Eliza Douglas eine zentrale Rolle. Padtberg traf die beiden Künstlerinnen dann in ihrem Atelier in einem Hinterhof nahe der Neuen Nationalgalerie in Berlin: Da war nichts Wildes mehr. Es gab Kräutertee. Die SPIEGEL-Frau war beeindruckt, wie sanft und achtsam die beiden Frauen miteinander umgingen. »Sie zeigten mir, welche großen Dinge entstehen können, wenn Menschen sich unterstützen, statt zu konkurrieren.«

»Dein SPIEGEL«, »SPIEGEL START«

»START« heißt das SPIEGEL-Magazin für Studium und Berufseinstieg, es begleitet Erwachsenwerden in einer Welt permanenter Krisen. In der neuen Ausgabe zeigen ein junger ukrainischer Autor und eine ukrainische Fotografin ihren Blick auf ihr Land. Aber auch das normale Leben muss, soll ja weitergehen. Die Titelgeschichte diesmal: Küssen verboten? Wie Liebe und Arbeit zusammenpassen. Das Heft ist ab sofort an Universitäten erhältlich, für Studierende Teil des SPIEGEL-Abonnements. Die aktuellen Nachrichten lösen oft Angst oder Hilflosigkeit aus – auch bei Kindern. Wie sie besser mit diesen Gefühlen umgehen können, darum geht es in der neuen Ausgabe von »Dein SPIEGEL«, dem Nachrichten-Magazin für Kinder. »Dein SPIEGEL« erscheint am kommenden Dienstag.

Aus: SPIEGEL START 1/2022

Zwei lieben sich und bewerben sich am selben Theater. Oder sie gründen gemeinsam eine Agentur. Oder sie begegnen einander in der Kaffeeküche, im Kolloquium, in der Konferenz. Zusammen leben und zusammenarbeiten – kann das funktionieren? Mit dieser Frage beschäftigt sich die aktuelle Ausgabe von SPIEGEL START. Außerdem im Heft: Zwei junge Ukrainer:innen blicken auf ihr Land, in Text und Bild.

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