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Hausmitteilung 75 Jahre SPIEGEL, Syrien, Paris Bar, »Dein SPIEGEL«

aus DER SPIEGEL 2/2022

75 Jahre SPIEGEL

Im Jubiläumsjahr wollen wir wissen, was Sie, unsere Leserinnen und Leser, von uns halten. Wie blicken Sie auf unseren Journalismus, was stört Sie, was schätzen Sie? Ein Team besuchte Abonnenten wie Kündiger, Leserbriefschreiber und eine junge Frau, die mit dem SPIEGEL Deutsch lernte. Einer unserer Stammleser ist Jürgen Abraham, geboren am 4. Ja­nuar 1947, am Tag, als die erste Ausgabe erschien. Abraham hat in seinem Zimmer unterm Dachboden alle bisherigen Titelbilder archiviert. Hunderte weitere Leser meldeten sich auf unseren Aufruf, die Redaktion mit Fragen zu löchern. Einige davon werden in diesem Heft be­antwortet. Ergänzend dazu haben die Redakteurinnen Susanne Beyer und Simone Salden sowie Redakteur Tobias Becker ein ungewöhnliches Gespräch unter Kollegen geführt: Darüber, wie sich die Redaktion – lange eine Männerbastion – in den vergangenen Jahren verändert hat, auch befördert durch die #MeToo-Debatte. Weitere Denkanstöße liefern die Autoren Sascha Aurich, Margarete Stokowski und Eckart von Hirschhausen zu der Frage, was sich im öffentlichen Diskurs und der Berichterstattung – auch in unserer – ändern sollte. Farbton, Schriften und Grafiken der Jubiläumsseiten sind übrigens von der ersten SPIEGEL-Augabe inspiriert.

Syrien

Es war eine eigenwillige Gemeinde von Exilanten, die sich 2013 in Jordaniens Hauptstadt Amman zusammengefunden hatte: syrische Offiziere aus Armee und Geheimdiensten, die dem mörderischen Regime in Damaskus nicht länger dienen wollten. SPIEGEL-Reporter Christoph Reuter traf dort Anwar Raslan, zuvor Chef einer Ermittlungsabteilung der Staatssicherheit. »Die anderen Ex-Offiziere warfen ihm vor, erst Ende 2012 zu ihnen ge­stoßen zu sein. Als habe er abwarten wollen, ob die Diktatur wirklich bald stürzt«, sagt Reuter. Nun steht Raslan vor Gericht, im ersten Verfahren, das weltweit gegen einen Funktionär des Assad-Regimes wegen Verbrechens gegen die Menschlichkeit angestrengt wird. Nächste Woche soll es zu Ende gehen. »Je länger der Prozess dauerte, desto schwieriger war die Frage nach der individuellen Schuld zu beantworten«, so SPIEGEL-­Mitarbeiterin Hannah El-Hitami, die seit April 2020 das Verfahren in Koblenz begleitet.

Paris Bar

Im Mai 1970 landete der Kunststudent Michel Würthle in Berlin, um Bekannte zu besuchen. Er blieb – und schenkte der Stadt ihren vielleicht bekanntesten nächtlichen Treffpunkt: die Paris Bar, wo er mit befreundeten Künstlern und Schauspielern manchen Exzess sowie ein Verfahren wegen Steuerhinterziehung überstanden hat. Redakteur Philipp Oehmke hat Würthle in den vergangenen Wochen mehrfach besucht. Im Frühjahr hatte der 78-Jährige eine Krebsdiagnose bekommen. In langen Gesprächen redete er vom Berliner Nacht­leben, aber auch von Krankheit und Tod. Oehmke sagt: »Würthles Leben steht auch stellvertretend für eine vergangene, unbeschwerte Zeit des späten 20. Jahrhunderts.«

»Dein SPIEGEL«

Vielen Kinder und Teenies ist es unangenehm, mit ihren Eltern über Gefühle zu sprechen, sie haben Angst, dass die Erwachsenen sie nicht ernst nehmen. Stattdessen haben die jungen Leserinnen und Leser ihre Fragen an »Dein SPIEGEL« geschickt.

Dein SPIEGEL
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»Dein SPIEGEL« ist das Nachrichten-Magazin für junge Leserinnen und Leser ab acht Jahren. In dem Kindermagazin werden jeden Monat neu aktuelle Themen aus aller Welt informativ, kindgerecht und unterhaltsam dargestellt. Ausgewählte Texte gibt es hier.

Im aktuellen Kinder-Nachrichten-Magazin gibt es Antworten: woran man Verknalltsein erkennt, was man tun kann, wenn man jemanden näher kennenlernen möchte, oder ob es normal ist, sich nicht zu verlieben. Au­ßer­dem im Heft: Kunstgeschichte auf der Spur – wie eine Provenienzforscherin herausfindet, woher Gemälde stammen. »Dein SPIEGEL« erscheint am kommenden Dienstag.

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