Zur Ausgabe
Artikel 3 / 73
Vorheriger Artikel
Nächster Artikel

Hausmitteilung Titel / Belarus / Bertelsmann / Cannabis

aus DER SPIEGEL 24/2021

Mehr als 60 Prozent der Menschen in Deutschland wünschen sich einen Regierungswechsel in Berlin, über drei Viertel sehen die Welt vor einem Klimanotstand. Sind aber die Deutschen tatsächlich bereit für eine neue Politik, für mehr Klimaschutz, auch wenn es teuer werden sollte? Ein Team von SPIEGEL-Redakteurinnen und -Redakteuren um Martin Knobbe ist dieser Frage nachgegangen, hat mit Politikern, Wissenschaftlern vieler Disziplinen gesprochen und beschreibt im Titelstück die Stimmungslage, politische Frontlinien und mögliche Lösungen, wie sie etwa in Esslingen zu besichtigen sind. Hier entsteht ein neues Wohnviertel, das nahezu klimaneutral werden soll, dank grünem Wasserstoff. SPIEGEL-Redakteur Matthias Bartsch hat es sich angesehen: »Hier wird im Kleinen erprobt, was Deutschland bald erreichen muss.« Das Thema illustriert der SPIEGEL mit zwei Titelbildern.

Belarus

Seit zehn Monaten tyrannisiert der belarussische Machthaber Alexander Lukaschenko sein Volk. Er hatte sich im August zum Sieger der Präsidentschaftswahlen erklärt, dann die Massenproteste von den Straßen prügeln lassen und verfolgt seine Gegner bis heute. SPIEGEL-Korrespondentin Christina Hebel reiste nach Minsk, um mit Angehörigen von politischen Gefangenen zu sprechen und mit Oppositionellen, die versuchen, weiter gegen das Lukaschenko-Regime zu kämpfen. Es waren Begegnungen in Wäldern und in wartenden Autos in Seitenstraßen, um niemanden zu gefährden. »Die Angst ist in Minsk inzwischen allgegenwärtig«, sagt sie. »Und dennoch sind es vor allem viele Frauen, die Mut beweisen.«

Bertelsmann

Die Familie Mohn, seit vielen Jahrzehnten im Besitz des Medienkonzerns Bertelsmann, ist eine traditionell verschlossene Sippe. Journalisten bekommen nur selten Zugang, für den SPIEGEL machten die Matriarchin Liz Mohn und Aufsichtsratschef Christoph Mohn nun eine Ausnahme. Denn im Unternehmen steht ein Generationenwechsel an: Pünktlich zu ihrem 80. Geburtstag übergibt Liz Mohn das mächtige Amt der Familiensprecherin an ihren Sohn Christoph, er rückt damit an die erste Stelle. Nun liegt der Konzern, der über Gruner + Jahr mit rund 25 Prozent am SPIEGEL beteiligt ist, in der Hand der sechsten Generation. Warum Liz Mohn das Amt als Sprecherin abgibt, beschreiben die SPIEGEL-Redakteure Alexander Kühn und Anton Rainer und ihre Kollegin Isabell Hülsen. Wie er den Konzern führt, formuliert Christoph Mohn selbst so: Man könne alles machen, sagt er, »es muss nur überraschungsfrei sein«.

Cannabis

Deutschland und Israel unterscheiden sich in vielerlei Hinsicht, auch beim Image, das Cannabis hat. In Israel gibt es da kaum ein Stigma, in Deutschland schon. So war SPIEGEL-Reporter Alexander Osang (r.) gespannt, wie ein israelisches Weed-Start-up aus Tel Aviv mit einer Pharmafirma in Bad Oldesloe zusammenarbeiten würde. Osang begleitete Cannabis-Bauern wie Doron Reznik, war dabei, als der Chef des Start-ups seinen deutschen Kollegen beibringen wollte, wie man »außerhalb der Box« denkt. Doch die Mentalitäten änderten sich. Als die Protagonisten fotografiert werden sollten, bekam der SPIEGEL keine Genehmigung für Aufnahmen im Süden Israels, aus Sicherheitsgründen. Es konnte eine andere Plantage fotografiert werden. Die Bad Oldesloer Pharmazeuten dagegen luden Osang in den Panzerschrank ein, in dem sie ihr Cannabis aufbewahren, und ließen sich fotografieren.

Zur Ausgabe
Artikel 3 / 73
Vorheriger Artikel
Nächster Artikel
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.