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06. Juni 2019, 13:54 Uhr

Krisendiplomatie

Außenminister Maas reist nach Iran

Heiko Maas will das Atomabkommen mit Iran retten. Am Pfingstmontag fliegt der Außenminister nach Teheran. "Das ist eine Reise in die Krise", sagte eine Ministeriumssprecherin.

Außenminister Heiko Maas besucht an Pfingsten Iran, um sich dort für den Fortbestand des umstrittenen Atomabkommens einzusetzen. Maas werde am Montag in Teheran seinen Amtskollegen Mohammed Sarif treffen, gab die Sprecherin des Auswärtigen Amts, Maria Adebahr, bekannt. Weitere Stationen der Reise seien die Vereinigten Arabischen Emirate und Jordanien. "Das ist eine Reise in die Krise", sagte Adebahr. Maas wolle in der Region für Besonnenheit und Deeskalation werben.

Maas ist der erste Bundesminister seit zweieinhalb Jahren, der Iran besucht. Vor zwei Wochen war mit dem politischen Direktor Jens Plötner bereits einer der wichtigsten Berater des Ministers in Teheran, um die Reise vorzubereiten.

Schon dieser Besuch hatte zu Irritationen beim Bündnispartner USA gesorgt. Die Amerikaner waren vor einem Jahr aus dem mühsam ausgehandelten Abkommen zur Verhinderung einer iranischen Atombombe ausgestiegen und setzen Teheran nun wieder mit massiven Wirtschaftssanktionen unter Druck.

Vor einem Monat stellte auch Iran das Abkommen infrage und setzte den anderen Unterzeichnern eine Frist bis zum 7. Juli. Bis dann sollen China, Deutschland, Frankreich und Großbritannien die im Abkommen versprochenen wirtschaftlichen Vorteile für Iran gewährleisten. Die werden aber durch die US-Sanktionen blockiert. Die Spannungen zwischen den USA und Iran haben in den vergangenen Wochen massiv zugenommen.

asc/dpa

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