Jahrestag des Warschauer Aufstands Maas bittet Polen um Vergebung für Naziverbrechen

Vor 75 Jahren erhob sich die polnische Heimatarmee gegen die Nazibesatzer. Der Warschauer Aufstand wurde blutig niedergeschlagen. Außenminister Maas sprach sich nun für eine Gedenkstätte in Berlin aus.

Warschau im Oktober 1945: Hier hatte sich ein Jahr zuvor die polnische Heimatarmee gegen die deutsche Besatzungsmacht erhoben. Die Nazis rächten sich mit der Vernichtung der Stadt
AP

Warschau im Oktober 1945: Hier hatte sich ein Jahr zuvor die polnische Heimatarmee gegen die deutsche Besatzungsmacht erhoben. Die Nazis rächten sich mit der Vernichtung der Stadt


Am 75. Jahrestag des Warschauer Aufstands gegen die deutsche Besatzungsmacht hat Bundesaußenminister Heiko Maas Polen um Vergebung für die Naziverbrechen gebeten.

"Ich schäme mich für das, was Ihrem Land von Deutschen und im deutschen Namen angetan wurde. Und ich schäme mich dafür, dass diese Schuld nach dem Krieg viel zu lange verschwiegen wurde", sagte er im Museum des Warschauer Aufstands in der polnischen Hauptstadt.

Am 1. August 1944 hatte sich die Armia Krajowa - die polnische Heimatarmee - gegen die Besatzungsmacht der Nazis erhoben. Nach 63 Tagen war der Warschauer Aufstand blutig niedergeschlagen. Etwa 200.000 polnische Soldaten und Zivilisten wurden während der Kämpfe getötet, etwa eine halbe Million anschließend deportiert. Als Rache wurde die polnische Hauptstadt von den Nazis fast komplett dem Erdboden gleichgemacht.

"Wir können dazu beitragen, dass der Opfer gedacht wird"

Gleichzeitig sprach Maas sich für eine Gedenkstätte in Berlin aus, die den polnischen Opfern der Naziherrschaft gewidmet sein soll. Das sei lange überfällig. "Eine solche Gedenkstätte wäre nicht nur eine Versöhnungsgeste an Polen. Sie wäre bedeutend auch für uns Deutsche selbst." Die Verbrechen könnten zwar nicht ungeschehen gemacht werden und viele Wunden würden wohl niemals verheilen. "Aber wir können dazu beitragen, dass der Opfer gedacht wird, und zwar angemessen", so Maas.

In Berlin gibt es bereits Denkmäler für einzelne Opfergruppen der Nazizeit:

  • Das größte und bekannteste ist das Denkmal für die ermordeten Juden Europas neben dem Brandenburger Tor.
  • Daneben gibt es auch Denkmäler für die ermordeten Sinti und Roma und Homosexuelle.

Von polnischen Politikern wird eine Gedenkstätte für die polnischen Opfer schon seit längerer Zeit gefordert. Inzwischen gibt es auch eine Initiative von Bundestagsabgeordneten aller Fraktionen außer der AfD für dieses Vorhaben.

asa/dpa



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