"Sofortige Konsequenzen" Maas droht Thailands König wegen Aufenthalt in Bayern

Thailands König Maha Vajiralongkorn verbringt gern Zeit in Bayern. Viel Zeit. Regiert er auch von dort aus? Außenminister Heiko Maas warnt nun: Er habe "das Treiben" des royalen Besuchers genau im Blick.
Thailands König Maha Vajiralongkorn

Thailands König Maha Vajiralongkorn

Foto: JACK TAYLOR / AFP

Er besitzt eine Villa in Tutzing am Starnberger See, während des Corona-Lockdowns hielt er sich zeitweise in einem Luxushotel in Garmisch-Partenkirchen auf: Keine Frage, der thailändische König Maha Vajiralongkorn verbringt gern Zeit in Bayern. Die Frage ist nur: zu viel Zeit? Oder eher: Was genau tut der 68-Jährige in Deutschland?

Diplomatisch und rechtlich problematisch wäre die Angelegenheit nämlich dann, wenn der König aus der Fremde, von Bayern aus, seinen Amtsgeschäften nachgeht. Bundesaußenminister Heiko Maas hat nun jedenfalls eine deutliche Warnung an Maha Vajiralongkorn ausgesprochen - und ihm mit Konsequenzen gedroht, sollte bei dessen Aufenthalten in Deutschland rechtswidriges Verhalten festgestellt werden.

"Natürlich habe ich auch das Treiben des thailändischen Königs in Deutschland im Blick", sagte der SPD-Politiker in Berlin auf einer Pressekonferenz. Dieses "Treiben" werde "dauerhaft" überprüft. "Und wenn es dort Dinge gibt, die wir als rechtswidrig empfinden, dann wird das sofortige Konsequenzen haben."

"Nicht von deutschem Boden"

Maas hatte bereits Anfang Oktober im Bundestag klargemacht, dass er es nicht dulden wolle, wenn der König sein Land von Deutschland aus regiert. "Wir haben deutlich gemacht, dass Politik, die das Land Thailand betrifft, nicht von deutschem Boden auszugehen hat", sagte er damals. "Wenn es Gäste in unserem Land gibt, die von unserem Land aus ihre Staatsgeschäfte betreiben, dem würden wir immer deutlich entgegenwirken wollen."

In Thailand gibt es seit Monaten Proteste gegen die Regierungspolitik, bei denen inzwischen auch die Rolle der Monarchie infrage gestellt wird. Am Montag wollten Demonstranten zur deutschen Botschaft in Bangkok marschieren, um dort einen Brief zu überreichen. Berichten zufolge fordern sie die Bundesregierung darin auf zu überprüfen, ob der König seine Amtsgeschäfte von Deutschland aus führt.

kev/dpa
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