Stichwahl um SPD-Vorsitz Maas unterstützt Duo Geywitz/Scholz

Als einfaches SPD-Mitglied habe er "keine Lust, um den heißen Brei herumzureden", sagt Außenminister Heiko Maas: Er werde für Klara Geywitz und Olaf Scholz als neue Parteivorsitzende stimmen - aus mehreren Gründen.

Heiko Maas: "Wenn ich die Umfragen lese, wen sich die Deutschen am ehesten als nächsten Bundeskanzler vorstellen können, ist das Olaf Scholz"
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Heiko Maas: "Wenn ich die Umfragen lese, wen sich die Deutschen am ehesten als nächsten Bundeskanzler vorstellen können, ist das Olaf Scholz"


In der Stichwahl um den SPD-Vorsitz unterstützt Außenminister Heiko Maas das Bewerberduo Klara Geywitz und Bundesfinanzminister Olaf Scholz. "Ich werde Klara Geywitz und Olaf Scholz wählen", sagte Maas am Montagabend beim "Berliner Salon" des Redaktionsnetzwerks Deutschland.

Er wähle Geywitz, weil er überzeugt sei, dass bei einer Doppelspitze im Jahr 2019 ein Teil davon aus Ostdeutschland kommen müsse. "Und ich wähle Olaf Scholz, weil ich ihn schon lange kenne, großes Vertrauen zu ihm habe, und weil ich mich erinnere, wie er die am Boden liegende Hamburger SPD übernommen und in kurzer Zeit zu einer absoluten Mehrheit geführt hat."

Scholz stehe für eine durch und durch sozialdemokratische Politik und gebe den Menschen Orientierung und Vertrauen, sagte Maas. Er fügte hinzu: "Wenn ich die Umfragen lese, wen sich die Deutschen am ehesten als nächsten Bundeskanzler vorstellen können, ist das Olaf Scholz, und nicht Annegret Kramp-Karrenbauer oder Robert Habeck."

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Maas betonte, er treffe die Aussage nicht in offizieller Funktion. "Als Außenminister und Regierungsmitglied sollte man sich zurückhalten", sagte er. Als einfaches SPD-Mitglied aber habe er "keine Lust, um den heißen Brei herumzureden".

Die Gegenkandidaten von Geywitz und Scholz sind der frühere NRW-Finanzminister Norbert Walter-Borjans und die Bundestagsabgeordnete Saskia Esken. Die SPD-Mitglieder können vom 19. bis 29. November in einer Stichwahl über die neue Parteispitze abstimmen. Danach soll im Dezember ein Parteitag die Gewinner offiziell bestätigen und über die Fortsetzung der Großen Koalition abstimmen.

Erst vor wenigen Tagen hatte sich auch der ehemalige SPD-Parteichef Martin Schulz klar positioniert. Er komme "zu dem Schluss, dass ich bei allen Differenzen Olaf Scholz mehr vertraue als den anderen Bewerbern", sagte Schulz dem SPIEGEL in einem Doppelinterview mit Scholz. "Und ich kann sagen, leicht fällt mir dieser Schritt nicht." Das vollständige Interview mit Schulz und Scholz lesen Sie hier.

Für den SPIEGEL fragte das Meinungsforschungsinstitut Civey jüngst 7534 Bürger nach ihrer Präferenz: "Für welches Kandidatenduo sollten sich die SPD-Mitglieder Ihrer Meinung nach in der Stichwahl um den Parteivorsitz entscheiden?" Ergebnis: Mehr Befragte wünschen sich Walter-Borjans und Esken an der Spitze der SPD (knapp 37 Prozent) als Geywitz und Scholz (rund 25 Prozent). Mit etwas mehr als 38 Prozent sprach sich eine relative Mehrheit aller Teilnehmer aber für keines der beiden Kandidatenpaare aus. Mehr zu den Umfrageergebnissen erfahren Sie hier.

aar/dpa/AFP

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Seite 1
telis 05.11.2019
1.
"Scholz stehe für eine durch und durch sozialdemokratische Politik und gebe den Menschen Orientierung und Vertrauen, sagte Maas." da sind 5% noch zu viel, diesen unsinn glaubt er bestimmt noch.
Farguard 05.11.2019
2. Scholz ist gut, denn dann bleibt die Groko
Und das stützt unsere Demokratie und erlaubt es, aktuelle Probleme in klugen Dialog zu lösen.
pon2013 05.11.2019
3. Er
war immer und ist bisheute ein Opportunist. Er hat stets seine eigene Karriere im Auge. Wo ist seine außenpolitische Agenda? Ein Vielflieger, mehr nicht.
amon.tuul 05.11.2019
4. Spd Politik
die SPD wurde seit Jahrzehnten ständig vom Bürger mit Vertrauen ausgestattet und hat leider die Prioritäten nicht beim Normalbürgdr gesetzt, sondern luef den Einflüssen von Transatlantikern, NGOs, Feministinnen, Genderideologen etc. hinterher. Ständig verkauften sie den Bürgern die Ausrede, dass Nachteile von heute Vorteile von morgen seien. Die Spd hat erheblich mitgewirkt, der Finanzwelt, die in begrenzten Kategorien internationaler Investition denkt, für die die Öffentlichkeit nichts als Objekt ist, Zugriff auf soziale Errungenschaften und Besitzstände zu verschaffen. Unter den Kandidaten sehe ich überhauot jeine glaubwürdigen Kandidaten für sozialdemokratische Politik. Scholz ist ein Liebling der Finsnzwelt, andere Kandidaten sind schwach und werden nur Marionetten von Baratungs NGO, Medien und Politahenturen sein. Wie Merkel werden sie genau so lange gelobt wie sie genau tun was erwartet wird. Wo bleiben klare Versprechen zur politischen Union EU? Wo Bankenkontrolle? Wo Ezb Klntrolle? Wo Einheitsarmee EU? Wo Abschaffung aller Wirtschaftsgrenzen in Eu? Ende Raub der Rentenkassen durch atypische Beschäftigungen?
der Pöter 05.11.2019
5. Da hat Herr Maas
leider eine Fehlentscheidung getroffen. Herr Scholz darf es auf gar keinen Fall werden, da mit ihm die Talfahrt der SPD nur noch rasanter wird.
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