Stichwahl um SPD-Vorsitz Maas unterstützt Duo Geywitz/Scholz

Als einfaches SPD-Mitglied habe er "keine Lust, um den heißen Brei herumzureden", sagt Außenminister Heiko Maas: Er werde für Klara Geywitz und Olaf Scholz als neue Parteivorsitzende stimmen - aus mehreren Gründen.
Heiko Maas: "Wenn ich die Umfragen lese, wen sich die Deutschen am ehesten als nächsten Bundeskanzler vorstellen können, ist das Olaf Scholz"

Heiko Maas: "Wenn ich die Umfragen lese, wen sich die Deutschen am ehesten als nächsten Bundeskanzler vorstellen können, ist das Olaf Scholz"

Foto: FELIPE TRUEBA/EPA-EFE/REX

In der Stichwahl um den SPD-Vorsitz unterstützt Außenminister Heiko Maas das Bewerberduo Klara Geywitz und Bundesfinanzminister Olaf Scholz. "Ich werde Klara Geywitz und Olaf Scholz wählen", sagte Maas am Montagabend beim "Berliner Salon" des Redaktionsnetzwerks Deutschland.

Er wähle Geywitz, weil er überzeugt sei, dass bei einer Doppelspitze im Jahr 2019 ein Teil davon aus Ostdeutschland kommen müsse. "Und ich wähle Olaf Scholz, weil ich ihn schon lange kenne, großes Vertrauen zu ihm habe, und weil ich mich erinnere, wie er die am Boden liegende Hamburger SPD übernommen und in kurzer Zeit zu einer absoluten Mehrheit geführt hat."

Scholz stehe für eine durch und durch sozialdemokratische Politik und gebe den Menschen Orientierung und Vertrauen, sagte Maas. Er fügte hinzu: "Wenn ich die Umfragen lese, wen sich die Deutschen am ehesten als nächsten Bundeskanzler vorstellen können, ist das Olaf Scholz, und nicht Annegret Kramp-Karrenbauer oder Robert Habeck."

Maas betonte, er treffe die Aussage nicht in offizieller Funktion. "Als Außenminister und Regierungsmitglied sollte man sich zurückhalten", sagte er. Als einfaches SPD-Mitglied aber habe er "keine Lust, um den heißen Brei herumzureden".

Die Gegenkandidaten von Geywitz und Scholz sind der frühere NRW-Finanzminister Norbert Walter-Borjans und die Bundestagsabgeordnete Saskia Esken. Die SPD-Mitglieder können vom 19. bis 29. November in einer Stichwahl über die neue Parteispitze abstimmen. Danach soll im Dezember ein Parteitag die Gewinner offiziell bestätigen und über die Fortsetzung der Großen Koalition abstimmen.

Erst vor wenigen Tagen hatte sich auch der ehemalige SPD-Parteichef Martin Schulz klar positioniert. Er komme "zu dem Schluss, dass ich bei allen Differenzen Olaf Scholz mehr vertraue als den anderen Bewerbern", sagte Schulz dem SPIEGEL in einem Doppelinterview mit Scholz. "Und ich kann sagen, leicht fällt mir dieser Schritt nicht." Das vollständige Interview mit Schulz und Scholz lesen Sie hier .

Für den SPIEGEL fragte das Meinungsforschungsinstitut Civey jüngst 7534 Bürger nach ihrer Präferenz: "Für welches Kandidatenduo sollten sich die SPD-Mitglieder Ihrer Meinung nach in der Stichwahl um den Parteivorsitz entscheiden?" Ergebnis: Mehr Befragte wünschen sich Walter-Borjans und Esken an der Spitze der SPD (knapp 37 Prozent) als Geywitz und Scholz (rund 25 Prozent). Mit etwas mehr als 38 Prozent sprach sich eine relative Mehrheit aller Teilnehmer aber für keines der beiden Kandidatenpaare aus. Mehr zu den Umfrageergebnissen erfahren Sie hier.

aar/dpa/AFP
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