Schwule und Lesben Maas will Adoptionsrecht für homosexuelle Partnerschaften stärken

Die Große Koalition tastet sich an die Gleichstellung homosexueller Lebenspartnerschaften heran. Justizminister Maas will die sogenannte Sukzessivadoption gesetzlich regeln. Gegen die gemeinsame Adoption eines Kindes durch Schwule und Lesben sperrt sich die Union aber weiterhin.

SPD-Politiker Maas: Kritik von Grünen-Politiker Beck
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SPD-Politiker Maas: Kritik von Grünen-Politiker Beck


Berlin - Vor knapp einem Jahr hat das Bundesverfassungsgericht die Sukzessivadoption für zulässig erklärt. Demnach können Schwule und Lesben ein von ihrem eingetragenen Lebenspartner bereits adoptiertes Kind nachträglich ebenfalls adoptieren.

Nun will Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) diese Vorgabe aus Karlsruhe gesetzlich umsetzen. Der Referentenentwurf seines Ministeriums sieht vor, dass ein adoptiertes Kind eines Lebenspartners auch von dem anderen Partner adoptiert werden darf.

Maas setzt damit eine Vereinbarung aus dem Koalitionsvertrag um. Karlsruhe hatte vorgegeben, dass der Gesetzgeber bis Ende Juni eine verfassungsgemäße Regel treffen muss.

Kritik von Grünen

"Das ist ein weiterer Schritt auf dem Weg zur völligen rechtlichen Gleichstellung von Lebenspartnerschaften", sagte Maas dem "Tagesspiegel". Bestehende Diskriminierungen müssten beendet werden.

Der Grünen-Bundestagsabgeordnete Volker Beck kritisierte Maas' Ankündigung als nicht weitgehend genug. Mit der Sukzessivadoption wolle der Minister regeln, "was seit letztem Sommer längst gilt", sagte Beck am Mittwoch in Berlin. Die SPD lasse "sich von homophoben Ewiggestrigen in der Union die Politik diktieren", kritisierte der Grünen-Politiker.

Die gemeinsame Adoption eines Kindes wird für Lebenspartnerschaften weiterhin nicht möglich sein. Dies lehnt die Union ab.

syd/AFP/dpa

insgesamt 2 Beiträge
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katrink 29.01.2014
1. Was für eine Leistung!
Unglaublich, das als Erfolg zu verkaufen, was bereits das Bundesverfassungsgericht entschieden hat! Wirklich schade finde ich, dass nicht unsere Politiker die Gesetzgebung bestimmen, sondern immer mehr das Bundesverfassungsgericht.
verbalix 29.01.2014
2. Immer wieder beachtenswert...
...was unsere Polit-Elite meint,hofft und beschließen zu können.Unterm Strich verbleibt allenfalls ein Kübel voller Jauche.Wer sich heute im Phönixkanal die Regierungserklärung der Kanzlerin angehört/angesehen hat müsste zu der Erkenntnis kommen:Alles schon mehrmals gesagt.Die bislang gehaltenen Regierungserklärungen sind die von Willy und Helmut gewesen.Danach gab's nur noch handverlesenen Stuss.
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