Maas empfängt Pompeo "Wir verdanken unsere Freiheit und unsere Einheit ganz entschieden euch"

Außenminister Heiko Maas musste jüngst Kritik einstecken, weil er in einem Gastbeitrag die Bedeutung der USA für die Wiedervereinigung unerwähnt ließ. Beim Besuch seines US-Kollegen Pompeo holte er dies nun nach.

Maas empfängt Pompeo: "Deutschlands wichtigster Verbündeter außerhalb Europas"
DPA/Sebastian Willnow

Maas empfängt Pompeo: "Deutschlands wichtigster Verbündeter außerhalb Europas"


Bundesaußenminister Heiko Maas hat zum 30. Jahrestag des Mauerfalls den Beitrag der USA für die deutsche Wiedervereinigung gewürdigt. "Ohne die Führungskraft Amerikas hätte es keine Wiedervereinigung gegeben", sagte Maas nach einem Gespräch mit US-Außenminister Mike Pompeo in Leipzig.

Maas war zuletzt dafür kritisiert worden, dass er in einem Gastbeitrag für zahlreiche europäische Medien die Bedeutung der USA für die Wiedervereinigung nicht erwähnt hatte.

Das holte er am Donnerstag nach: "Wir verdanken unsere Freiheit und unsere Einheit ganz entschieden euch", sagte der SPD-Politiker zu Pompeo. Zugleich würdigte er die Rolle der europäischen Nachbarländer und die Perestroika-Politik des damaligen sowjetischen Präsidenten Michail Gorbatschow.

Pompeo diente einst als US-Soldat an der innerdeutschen Grenze

Deutschland und die USA verbinde eine starke Freundschaft, sagte Maas. "Die USA bleiben Europas wichtigster Verbündeter und Deutschlands wichtigster Verbündeter außerhalb Europas." Maas und Pompeo hatten zuvor gemeinsam das während der deutschen Teilung als "Little Berlin" bekannt gewordene Dorf Mödlareuth besucht, durch dessen Mitte bis zur Wiedervereinigung die innerdeutsche Grenze verlief.

Pompeo sagte, er habe ein Stück Geschichte gesehen, "von der ich auch ein klitzekleiner Teil war". Der US-Außenminister hatte einst als US-Soldat an der innerdeutschen Grenze gedient und war in der Region um Mödlareuth im Einsatz. Die Teilung Deutschlands sei sehr "schmerzhaft" gewesen, die Wiedervereinigung ein "Sieg" aller, sagte Pompeo.

Die USA und Deutschland verbinde eine tiefe Freundschaft, die auf gemeinsamen Werten wie Demokratie und Menschenrechten basiere. Diese weltweit zu sichern, sei das gemeinsame Anliegen, auch wenn es dabei manchmal "unterschiedliche Herangehensweisen" gebe.

mes/dpa/AFP

insgesamt 99 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Keylon 07.11.2019
1. Wirklich?
Und ich dachte, Glasnost, Perestroika, Gorbatschow und die vielen mutigen Füße hätten den Weg zu Einheit und Freiheit geebnet. Der Mensch lernt immer noch dazu. Danke, Herr Pompeo!
ReinhardHasch 07.11.2019
2. Bombenterror
Ein amerikanischer General hat mal gesagt :"Wenn die Deutschen den Krieg gewinnen, dann hängen sie uns auf wegen der Zerstörung ihrer Städte." Sicher können wir Ihnen für die Einsetzung der Demokratie danken, das wäre es aber auch schon.Deutschland ist selbstständig und nicht ein Vasallenstaat der USA.
kassandra21 07.11.2019
3.
Ähmmmm...Nein. "Wir"...also die deutsche Bevölkerung, verdankt ihre Freiheit - Freiheit wovon eigentlich? - eventuell in Teilen den Dingen, für die die USA einmal gestanden haben oder zumindest gestanden haben wollen. Außerdem war so etwas wie der Marshall-Plan nicht etwa einer Freundschaft geschuldet, sondern dem Pragmatismus des Kalten Kriegs, Herr Maas. Ein Pompeo, Bolton oder Trump würde doch heute keine Wiedervereinigung abwickeln. Die würden uns bombardieren, dann abhauen und den Rest irgendwem anders überlassen. Da wäre auch noch die Sowjetunion erwähnbar, die den Anstand besessen hat, den Zusammenbruch ihres Imperiums nicht mit einem Bürgerkrieg oder Schlimmerem zu finalisieren. Ich bezweifle stark, daß die USA diesen Anstand besitzen, wenn es für sie so weit ist. Dann wären da noch die Leute, die hinter dem Vorhang '89 tatsächlich auf die Straße gingen, obwohl gerade erst die "chinesische Lösung" durchgezogen worden war. Es mag Mut der Verzweiflung gewesen sein bei diesen ersten 100- oder 200tausend. Aber trotzdem war es Mut und das respektiere ich, trotz aller anderen heutigen Probleme. Den aktuellen USA verdanken wir vor allem nichts.
viceman 07.11.2019
4. Und wenn man das
Immer wieder sagt, wird es nicht wahr. Die Wiedervereinigung wurde v. a. durch Kohl und Gorbatschow ausgedealt, für 10 Mrd DM hat der Russe die DDR verscherbelt, das waren halt die 30 Silberlinge für den Gorbi... Es wäre aber eh nicht aufzuhalten gewesen. Der US Beitrag war ja wohl eher gering und nur für die Galerie, siehe Reagan an der Mauer...
melnibone 07.11.2019
5. Na ...
da ist wohl die ehemalige Sowjetunion und Herr Gorbatschow als ´Freiheitstüröffner´ deutlich zu benennen. Ganz ohne die ´Führungskraft´ der USA. Stillhalten ist die richtige Umschreibung ... und Herr Maas benötigt wohl eine Anschlussversorgung nach seiner politischen Tätigkeit.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.