Heiligendamm Der Zaun ist offen

Zehn Tage lang musste Kontrollen über sich ergehen lassen, wer nach Heiligendamm wollte - der Ort des G-8-Gipfels war durch einen Zaun geschützt. Seit heute ist er wieder geöffnet, es gibt aber noch Verwendung für ihn - ebenso für den Riesenstrandkorb, in dem sich die G-8-Politiker ablichten ließen.


Heiligendamm - Nach zehn Tagen ist der Sicherheitszaun um den G-8-Tagungsort Heiligendamm seit heute wieder geöffnet. "Die zwei Kontrollstellen sind seit dem frühen Morgen offen", sagte Manfred Etzel, Sprecher der Polizei-Sondereinheit Kavala. Damit könnten Einwohner des Orts ohne Kontrollen passieren und auch Touristen den G-8-Tagungsort wieder besuchen.

Der Zaun war am 30. Mai geschlossen worden. Seitdem durften die Einwohner den Ort nur mit besonderem Ausweis betreten und wurden streng kontrolliert.

Drei Tage lang, während des G-8-Gipfels, war die Kontrollschleuse im Sicherheitszaun von mehr als tausend G-8-Kritikern belagert und von der Polizei mit Wasserwerfern verteidigt worden.

In Heiligendamm strömten Touristen an den Ort des G-8-Gipfels. Menschen flanierten an der Strandpromenade, viele ließen sich in dem überdimensionierten Strandkorb ablichten, in dem auch das Bild der G-8-Staats- und Regierungschefs entstanden war. Der "Ostsee-Zeitung" zufolge soll dieser Strandkorb für einen guten Zweck versteigert werden.

Am Vormittag hatten Reisebusse die Mitglieder der ausländischen Delegationen abgeholt. In den Sicherheitszaun am Strand schnitten Handwerker mannshohe Löcher.

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Der zwölf Kilometer lange Zaun, der 12,5 Millionen Euro kostete, werde nun nach und nach abgebaut, sagte Etzel. Nach Angaben der Herstellerfirma gebe es mehrere Interessenten für den Zaun. "Mit dreien sind wir in intensiven Gesprächen", sagte der Geschäftsführer der Metall-Zaun-Stahlbau, Frank Neumann, der "Schweriner Volkszeitung". Darunter seien zwei Flugplätze. Laut "Bild"- Zeitung zählt auch ein Farmer in Südafrika zu den Interessenten.

In der Nacht zu heute gab es in Rostock und Umgebung keine Ausschreitungen mehr, wie der Sprecher sagte. Die Demonstranten hätten die Auflage, ihre drei Camps noch heute zu räumen. Auch die Polizei schicke ihre Kräfte nach und nach an ihre Heimatstandorte zurück. Insgesamt waren 17.800 Beamte aus dem ganzen Bundesgebiet im Einsatz, um den Gipfel zu schützen.

kaz/AFP/dpa



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