Promotion in Medizin Uni Gießen prüft Dissertation von Kanzleramtsminister Braun

Nach einem Hinweis an die Universität lässt Helge Braun seine Promotion überprüfen. Das kündigte der Kanzleramtsminister bei Twitter an. Vom wissenschaftlichen Wert seiner Arbeit ist er aber überzeugt.
Helge Braun

Helge Braun

Foto: Frederic Kern / imago images/Future Image

Kanzleramtsminister Helge Braun (CDU) lässt seine Dissertation von der Uni Gießen überprüfen. Bei Twitter schrieb Braun: »Ich habe heute die Öffentlichkeit informiert, dass die @jlugiessen auch auf meine Bitte hin den Bezug einer vorausgegangenen Teilpublikation der Ergebnisse von mir und anderen Autoren zu meiner Dissertation überprüft.«

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Die Gießener Justus-Liebig-Universität überprüft demnach die Promotionsschrift des Mediziners. Laut einem Bericht der »Gießener Allgemeinen Zeitung« war bei der Uni Ende Januar der Hinweis einer Einzelperson auf einen möglichen Verstoß gegen die Regeln eingegangen. Demnach beziehen sich die Vorwürfe auf das Verhältnis von Brauns Dissertation zu einer zuvor erschienenen Publikation mit ihm als Co-Autor sowie auf mögliche Überschneidungen mit anderen Schriften.

Braun wurde 2007 nach seinem Studium der Humanmedizin an der Universität zum Doktor der Medizin promoviert. In seiner Arbeit wird der Einfluss intraoperativer Tachykardien (Herzrasen während einer Operation) auf die postoperative Prognose behandelt. Nach seinem Studium arbeitete Braun bis 2009 als Assistenzarzt am Universitätsklinikum Gießen und Marburg. Danach zog er als Direktkandidat in den Bundestag ein.

Der »Gießener Allgemeinen Zeitung « sagte Braun: »Ich bin vom wissenschaftlichen Wert meiner Arbeit und von dem dadurch erzielten medizinischen Erkenntnisgewinn überzeugt.« Seine Stellungnahme liege der Universität bereits vor. Mit Blick auf die nun anlaufende Überprüfung durch eine Kommission der Universität sprach Braun von einer »wichtigen Arbeit zur Sicherung der guten wissenschaftlichen Praxis.«

In den vergangenen Jahren sind deutsche Politiker immer wieder in Verdacht geraten, bei ihren Doktorarbeiten geschummelt zu haben. Erst kürzlich wurde eine weitere Prüfung der Doktorarbeit von Bundesfamilienministerin Franziska Giffey abgeschlossen. Bevor die FU das Ergebnis veröffentlicht, soll sich Giffey aber äußern dürfen.

mfh
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