Abschied vom Altkanzler Juncker plant europäischen Staatsakt für Kohl

EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker will Helmut Kohl auf eine besondere Art ehren. Für den Altkanzler soll es den ersten europäischen Staatsakt überhaupt geben.
Jean-Claude Juncker

Jean-Claude Juncker

Foto: THIERRY CHARLIER/ AFP

Altkanzler Helmut Kohl soll nach dem Willen von EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker als erster Politiker überhaupt mit einem europäischen Staatsakt geehrt werden. "Schon zu Lebzeiten wurde Helmut Kohl mit der Ehrenbürgerschaft Europas ausgezeichnet, um seine außerordentlichen Verdienste zu würdigen. Deshalb gebührt Helmut Kohl nun auch ein europäischer Staatsakt, für den ich mich persönlich einsetzen werde", sagte Juncker der "Bild am Sonntag".

Der Staatsakt ist nach Angaben des Blattes in Straßburg vorgesehen. Es wäre das erste Mal, dass ein europäischer Staatsakt ausgerichtet wird.

Juncker unterstrich die Verdienste des Altkanzlers für Europa. "Helmut Kohl war ein deutscher Europäer und ein europäischer Deutscher", sagte der EU-Kommissionschef. "Er hat die Geschicke und die Geschichte dieses Kontinents geprägt, indem er die Menschen in Ost und West in Einheit zusammengebracht hat. Dies war ihm eine besondere Mission."

Kondolenzbücher in Kanzleramt und CDU-Zentrale

Wann und wo es einen deutschen Staatsakt für Kohl geben soll, ist bislang unbekannt. Entscheidungen dazu seien noch nicht gefallen, hieß es am Samstag aus der Staatskanzlei Rheinland-Pfalz und aus dem Bundespräsidialamt.

Das Bundeskanzleramt legt ab Sonntag ein Kondolenzbuch für Kohl aus, die Partei hat dies in ihrer Zentrale bereits getan und auch eine Online-Version eingerichtet. Am Samstagabend versammelten sich rund 150 bis 200 Mitglieder der Jungen Union vor dem Wohnhaus des Altkanzlers in Ludwigshafen. Die Vertreter der CDU-Nachwuchsorganisation legten Blumen, Kränze und Kerzen vor dem Bungalow im Stadtteil Oggersheim nieder.

fab/AFP/dpa
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