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14. Oktober 2017, 11:07 Uhr

Verstorbener Altkanzler

Kohl-Witwe erbt alles

Ein Sohn Helmut Kohls gab jüngst bekannt, in Bezug auf das Erbe des Alt-Kanzlers sei juristisch "alles geregelt". Ob die Kinder oder seine Witwe materiell bedacht wurden, ließ er offen. Nach Informationen des SPIEGEL ist der Erbschein eindeutig.

Helmut Kohls zweite Ehefrau Maike Kohl-Richter ist die Alleinerbin des im Juni verstorbenen Altkanzlers. Das geht nach SPIEGEL-Informationen aus dem Erbschein hervor, den das Nachlassgericht in Ludwigshafen am Rhein am 10. August ausgestellt hat.

Bislang war die Erbfrage unklar. Das Verhältnis zwischen Kohl-Richter und Kohls Söhnen aus erster Ehe, Walter und Peter, gilt als zerrüttet. Walter Kohl hatte vor einigen Wochen in einer Talkshow erzählt, es habe noch zu Lebzeiten Kohls eine "juristische Klärung" der Erbfrage innerhalb der Familie gegeben. Dabei ließ er allerdings offen, an wen das Erbe geht.

Mit der Alleinerben-Regelung haben die Söhne Anspruch auf einen Pflichtteil. Zum Nachlass Kohls zählen auch Akten, auf die das Bundesarchiv Anspruch erhebt. So hatte dessen Präsident fünf Tage nach dem Tod Kohls der Witwe geschrieben, er wäre ihr "verbunden", wenn sie staatliches Schriftgut "aus dem Wirken" ihres Mannes über das Kanzleramt an das Bundesarchiv weiterleiten würde. (Diese Meldung stammt aus dem SPIEGEL. Den neuen SPIEGEL finden Sie hier.)

Im Hintergrund tobt ein Streit zwischen dem Bundesarchiv und der Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS). Kohl hatte nach seiner Wahlniederlage 1998 rund 400 Aktenordner aus dem Kanzleramt in das Archiv der KAS transportieren lassen.

Im Jahr 2010 forderte er die Unterlagen mit der Begründung an, er benötige sie für einen weiteren Memoirenband. Jetzt liegen die Papiere in seinem Privathaus in Oggersheim. Die Stiftung möchte, dass die Papiere vollständig zurück in ihr Archiv kommen.

Michael Hollmann, der Präsident des Bundesarchivs, verweist hingegen auf die Rechtslage. Danach gehören staatliche Unterlagen ins Bundesarchiv. Bislang ist allerdings unklar, ob und in welchem Ausmaß Kanzleramtspapiere in den Ordnern abgelegt wurden.

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