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20. Juni 2017, 18:48 Uhr

Helmut Kohl

Erst Trauerakt im Europaparlament - dann Begräbnis in Speyer

Merkel und Macron sowie Ex-US-Präsident Bill Clinton sollen die Redner sein: Altkanzler Kohl wird mit einem Trauerakt in Straßburg geehrt, ehe er in Speyer beigesetzt wird - und nicht im Familiengrab.

Bevor Helmut Kohl in Speyer seine letzte Ruhestätte findet, wird er mit einem Trauerakt im Europaparlament geehrt. Die Zeremonie werde am 1. Juli in Straßburg stattfinden, berichtete die "Süddeutsche Zeitung". Als Redner sind demnach Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker vorgesehen.

Auch der ehemalige US-Präsident Bill Clinton und der frühere spanische Ministerpräsident Felipe González sollen dem Bericht zufolge sprechen. Beide waren politische Weggefährten Kohls während dessen Kanzlerschaft.

"Auf Wunsch der Witwe des Verstorbenen wird es keinen zusätzlichen nationalen Staatsakt geben", teilte das Bundesinnenministerium mit. Im Anschluss an den Europäischen Trauerakt werde ein staatliches Trauerzeremoniell in Deutschland stattfinden. Nach einem Requiem im Dom zu Speyer wird es ein Militärisches Abschiedszeremoniell mit Ehrenformation geben.

Entscheidung gegen das Familiengrab

Die Entscheidung, in Speyer und nicht im Familiengrab der Kohls beerdigt zu werden, soll der verstorbene Altkanzler bereits vor zwei Jahren gemeinsam mit seiner Frau Maike Kohl-Richter gefällt haben, berichtet die "Bild"-Zeitung, die sich auf ihren ehemaligen Chefredakteur und Kohl-Vertrauten Kai Diekmann bezieht.

Dies entspreche Kohls Wunsch, sagte Diekmann. Die grundsätzliche Entscheidung zeige seine seit der Kindheit bestehende Verbundenheit mit Speyer und dem Speyerer Dom. Seine letzte Ruhestätte befindet sich auf dem Gelände des alten Friedhofs der Stadt, in direkter Nähe liegt der Konrad-Adenauer-Park.

Diekmann sagte, Kohls Grab werde auf dem eigentlich abgetrennten Gelände des Domkapitels sein, aber vom Adenauer-Park aus öffentlich zugänglich sein. Kohl war am Freitag im Alter von 87 Jahren in seinem Haus in Ludwigshafen gestorben.

Der CDU-Politiker gilt als Architekt der deutschen Einheit sowie des Zusammenwachsens Europas. Unklar ist noch, was mit dem privaten Nachlass des verstorbenen Kanzlers geschieht.

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vks/dpa/AFP

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