Eurokritiker Henkel warnt AfD vor Zusammenarbeit mit Pegida

"Wir sollten uns tunlichst von dieser Bewegung fernhalten": AfD-Vize Hans-Olaf Henkel hält nichts von der Nähe der Eurokritiker zu Pegida. Nach SPIEGEL-Informationen fürchtet er, rechte Ausfälle könnten seiner Partei angelastet werden.
Europa-Abgeordneter Henkel: Keine Nähe zu Pegida suchen

Europa-Abgeordneter Henkel: Keine Nähe zu Pegida suchen

Foto: Daniel Reinhardt/ picture alliance / dpa

Hamburg - Hans-Olaf Henkel, stellvertretender Sprecher der nationalkonservativen Alternative für Deutschland (AfD), fürchtet nach Informationen des SPIEGEL, dass eine Zusammenarbeit zwischen seiner Partei und den Pegida-Demonstranten der AfD schaden könnte. "Wir sollten uns tunlichst von dieser Bewegung fernhalten", warnt der ehemalige BDI-Präsident Henkel seine Parteikollegen. (Die ganze Geschichte lesen Sie hier im aktuellen SPIEGEL)

Sonst würden alle möglichen rechtspopulistischen Ausfälle einzelner Pegida-Demonstranten auch der AfD angelastet. Mit Blick auf seinen Vorstandskollegen Alexander Gauland sagte Henkel, er könne nicht verstehen, wieso man "extra aus Brandenburg anreisen" müsse, "um diese Truppe zu sehen". Gauland hatte die Märsche, an denen in Dresden zuletzt mehr als 15.000 Menschen teilnahmen, im Interview mit SPIEGEL ONLINE verteidigt. Er habe bei seinem Besuch der Demo keine Rechtsextremisten bemerkt.

Auch abseits des Pegida-Problems kommt die Partei nicht zur Ruhe. Der Machtkampf um die künftige Führungsstruktur der AfD verschärft sich vor dem Parteitag am 30. Januar: Seit die Führung um Bundessprecher Bernd Lucke die Tagesordnung verschickt hat, setzt es Protestbriefe von der Basis.

Mitglieder fürchten, dass das Programm von vier Referaten externer Experten über Steuer- und Sozialpolitik unnötig zersplittert wird. In Protestmails klagen sie über "durchsichtiges Getrickse" wie bei den "Altparteien".

Auf dem Treffen in Bremen will die AfD-Basis entscheiden, ob sie künftig nur von einem Chef geführt wird - das Wunschmodell Luckes - oder ob es weiterhin mehrere Sprecher geben soll. "Der Einladung liegt offensichtlich das Bemühen zugrunde, die Mitglieder von der Teilnahme abzuhalten", wettern mehr als 80 AfDler in einer E-Mail. Ihnen missfällt unter anderem, dass der Parteitag bereits am Freitag beginnt - und dann auch schon Tagesordnungspunkte abgearbeitet werden.

Sie befürchten, dass Lucke ohne lange Debatte die Voraussetzung dafür schaffen will, sich zum alleinigen AfD-Chef aufzuschwingen. Lucke selbst will laut Tagesordnung eine "persönliche Erklärung" abgeben - unter Ausschluss der Medien.